Sitzungskarneval in Mönchengladbach: KG Spönnradsbeen steht Kopf

Sitzungskarneval in Mönchengladbach : Spönnradsbeen steht Kopf

Unter anderem sorgten eine Putzfrau und ein Knasttrainer für Stimmung.

Mit 270 Narren war die Kostümsitzung der Großen Karnevalsgesellschaft „Spönnradsbeen“ etwas schlechter besucht als in den vergangenen Jahren. Pressewart Reiner Maßen vermutete, dass so mancher Borussen-Fan lieber ins Stadion gegangen war – eine schlechte Entscheidung. Denn während es auf dem Rasen ein Eins-zu-Fünf-Debakel gab, sorgte die närrische Unterhaltung im Festzelt am Birkmannsweg für beste Stimmung.

Zum ersten Mal begann die Sitzung zwei Stunden früher, damit anschließend noch ausgiebig getanzt werden konnte. Kurz nach 18 Uhr ging es zunächst um die jüngsten Karnevalisten: Die Besucher feierten das Kinderprinzenpaar Felix I. Peters und seine Hardtensia Larissa Hülsers. Und Michael Kinnewig, der als Cowboy verkleidete Geschäftsstellenleiter der Sparkasse, überreichte der Vorsitzenden des Fördervereins Hardter Kinderkarneval Ligia Schmitz-Sigura einen Scheck über 3000 Euro. Die Rolle des Eisbrechers spielte die Mönchengladbacher Formation „Echt Lekker“ mit Bravour – die Besucher hielt es nicht mehr auf den Stühlen.

Büttenredner hingegen haben es zunehmend schwer im Sitzungskarneval, sie finden immer weniger Beachtung. Das war jetzt am Birkmannsweg ganz anders: Annette Esser bekam als korpulente Putzfrau „Achnes Kasulke“ die erste „Rakete“ des Abends. „Dä Knubbelisch vum Klingelpötz“ in einer Uniform aus preußischer Zeit wunderte sich, dass die Gruppe der Stabhochspringer, die er in dem Kölner Knast trainierte, immer kleiner wurde.

Am besten kam aber Liselotte Lotterlappen an, die eigentlich ein Mann ist und Joachim Jung heißt. Sie bezirzte im „Tempel der gute Laune“ Sitzungspräsident Heino Lambertz, nannte ihn einen „echten Federelch“, machte Scherze über seinen „Azubi“ Volker Busch in seinem alten Weber-Outfit, aber auch über das Publikum.

Für tolle Bilder auf der Bühne sorgten die Hardter Funkengarde und das Stadtprinzenpaar Martina und Dirk Weise mitsamt ihrem Gefolge. Keine Karnevalssitzung ohne Musik: Neben „Echt Lekker“ hielten noch die „Kleinstadtrocker“ und „Hätzblatt“ die Stimmung auf konstant hohem Niveau und trugen ihren Teil dazu bei, dass die Kostümsitzung für alle Anwesenden eine rundum gelungene Veranstaltung wurde.

Mehr von RP ONLINE