Im Restaurant Frenzen : Wenn die Banditen mit dem Schweinchen singen

Freunde des Kneipenkarnevals trafen sich im Restaurant Frenzen zum Rudelgesang – und hatten dabei jede Menge Spaß.

War das ein munteres Völkchen, das am Samstag um 14 Uhr im Restaurant Frenzen an der Waldhausener Straße zusammenkam und auf Anhieb, sehr zur Freude der „normalen“ Gäste, für Bombenstimmung sorgte: Mehr als zwei Dutzend Freunde des Kneipenkarnevals nach kölschem Vorbild waren Anja Abels dankbar für die Idee, ein „Rudelsingen“ zu organisieren – eine Idee, die Ines Franzen ohne zu zögern aufgegriffen hatte.

Die 44-jährige Sonderschullehrerin und Künstlerin in den Sparten Tanz und Performance war mehr als glücklich: „Ich habe nicht mit mehr als fünf Besuchern gerechnet“, sagte Anja Abels, die bestens vorbereitet war. Sie verteilte Texthefte und nach einer kurzen Einweisung ging es los – mit der passenden „Mucke“: „Jetzt geht’s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten, hier spielt die Musik“, tönte es bis auf die Straße.

Wenn der kollektive Gesang mitunter etwas nasal klang, lag das an den Pappnasen, die die Atmung einschränkten. Eine davon trug Eckart Rosemann aus Kaarst. Tochter Kathi  hatte sich als Schweinchen verkleidet. „Das ist eine Stimmung hier am helllichten Tag“, schwärmte die 38-Jährige. Was ihr besonders gefiel: „Hier gibt es keine Ballermann-Musik. Dafür jede Menge kölsche Tön“.

Anja Abels, die in diesem Jahr „die Prinz“ verkörpert und mit Frotteehandtuch und Bürste auftrat, genoss den Spaß. Ebenso ihr Gegenstück, Frank Kossen (42), der als „der Prinzessin“ immer wieder auf närrischen Veranstaltungen zu sehen ist. Eine solche Veranstaltung gibt es sonst so nur rund um den Kölner Dom. Sonderschullehrer Tobias Diekmann (30) hatte sich eine Weste aus Wattebäuschen fabriziert und war froh, der Einladung von Anja Abels, seiner Kollegin, gefolgt zu sein. Reiner Hamacher hatte sich als „Silver-Ager“ verkleidet mit silbernen Haaren. Die silbernen „Schuppen“ auf seinem Sakko bestanden aus Glitzerspray, und sein Grinsen passte zum Glitzer-Look: „Was war nicht richtig gute Idee – ist das nicht wunderbar hier in richtiger, toller Kneipenatmosphäre?“ Er sang aus voller Kehle mit, drei Mal sechs Lieder lang.

„Echte Fründe“ von den Höhnern konnten die meisten ohne Textheft singen. Alle Altersklassen waren vertreten. Irmgard Reiß (54) von der Gruppe „Die Banditen“ hatte unter anderem ihre Mutter Petra Klopsch (73) mitgebracht. Gemeinsam sang man „In jedem steckt ’ne kölsche Jeck“, und der Refrain „Yeah, yeah, yeah, yeah, na, na, na, na, na, na“ ging locker über die Lippe.