Tolle Stimmung in Gladbach : Eine Leckerei für das Prinzenpaar

Bei der Sitzung der KG Poether Pothäepel kamen Dirk I. und Niersia Martina mit Schlabberlätzchen auf die Bühne.

Venn Die Saalsitzung der KG Poether Pothäepel ist schon etwas Besonderes im Mönchengladbacher Karneval. Zum einen ist sie eine der letzten Sitzungen, die noch in einer Gaststätte stattfinden, zum anderen ist sie der kulinarische Höhepunkt eines jeden Prinzenpaars. Denn auf der Bühne des Gasthofs Loers gibt es für die Tollitäten nicht nur Orden, sondern auch Matjes. Und die werden traditionell stilecht mit dem Kopf im Nacken gegessen. Prinz Dirk I. und Niersia Martina hatten sich auf das Gericht gut vorbereitet und trugen Schlabberlätzchen. So richtig geschmeckt schien es den beiden aber nicht zu haben. „Ich glaube, das war heute euer erster und letzter Matjes“, bemerkte Präsident René Wermelskirchen.

Für eine Überraschung sorgte Gert Kartheuser. Der sonst eher zurückhaltende MKV-Chef ging richtig aus sich heraus und spielte bei der Zugabe des Prinzenpaarliedes auf einer Trompete – oder jedenfalls tat er als ob. „Ich gebe euch gleich meine Nummer, dann könnt ihr ihn buchen“, erklärte daraufhin der Prinz.

Nachdem die Kinder der Gesellschaft ihren Tanz gezeigt hatten, begeisterten Mike Pohla und Nina Moll, das Tanzpaar der Poether Pothäepel, die Gäste im ausverkauften Saal. Sie sind eine echte Bereicherung für die Gesellschaft, sowohl tänzerisch als auch als Trainer. Die deutlich verjüngte Ratsgarde zeigte daher später im Programm ihr Können und konnte überzeugen. Annika Görtz, das Solomariechen der Poether Pothäepel, sorgte mit ihrer Akrobatik für Jubel im Publikum. Die ersten Lacher des Abends gehörten „Ne Kistedüvel“. Die Rednerin, die eigentlich Thilly Meester heißt und aus Rheydt stammt, lästerte in witzigen Anekdoten ordentlich über ihre Schwiegermutter. Die liege derzeit im Krankenhaus. Bedauernswert sei aber nicht sie, sondern der arme Pfleger, der sie waschen muss. Ihr angetrauter Herbert sei „der Mann mit dem gewissen Nichts“.

Nach dieser hochkarätigen Rede hatte es Bauchredner „Mawisch“ schwer und kam mit seinem Raben Julius, der schmutzige Zoten brachte, beim Publikum weniger gut an, als seine Vorrednerin. Überzeugen konnte er erst bei der Zugabe. „De Stroßeräuber“ heizten den Jecken im Saal dafür anschließend umso mehr ein. Mit bekannten Karnevalshits und einigen Schlagern sorgten sie für Partystimmung. Das Publikum sang, schunkelte und tanzte eine halbe Stunde lang völlig ausgelassen. „So muss Karneval sein“, sagte eine Besucherin nach dem begeisternden Auftritt. Bauer Heinrich berichtete vom Landleben und seiner Angetrauten. „Ich wollte eine Frau, die kochen kann wie Mutter. Bekommen habe ich eine, die saufen kann wie Vater“, erzählte er. Die Ehe sei wie eine Fusion. „Einer geht immer drauf“, erklärte er.

Das Heddemer Dreigestirn, bei dem es sich nicht um Tollitäten, sondern um ein gesanglich-lustiges Trio handelt, zeigte eine Parodieshow, und „De Kloetschköpp“ sorgten zum Abschluss noch einmal für Partystimmung.

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