Mönchengladbach: Die Seemöwe machte mächtig Wind in der Redbox

Karneval : Die Seemöwe machte mächtig Wind in der Redbox

Kölsche Bands und Redner, prominente Gäste, gute Stimmung – das ist das Konzept der KG Wenkbülle bei ihren Veranstaltungen. Die Seemöve-Sitzung machte den Auftakt.

Man nehme vier Spitzenbands, drei herausragende Redner und eine Spitzentanzgarde, allesamt aus Köln, dazu noch die vereinseigene Tanzgarde – und fertig ist ein karnevalistisches Programm der Spitzenklasse. So sieht das Konzept der KG Wenkbülle aus, die sich bereits seit einigen Jahren dem Konzept „Eventkarneval“ verschrieben hat. Dazu meint deren Präsident Michael Körffer: „Wir müssen Karneval mehr zum Event machen und so unser Brauchtum ins 21. Jahrhundert bringen.“

Fünf Programme im Angebot Ausgehend von dieser Idee veranstalten die Windberger ihre Sitzungen mit unterschiedlichen Ansätzen. Ihre fünf Angebote heißen Seelöwe-Sitzung, Seemöwe-Sitzung, Seebären-Herrensitzung, Seenixen-Damensitzung und Pratschdoll. Am Dienstag gab es in der Redbox die zweite Auflage der Seemöwe-Sitzung. Vom Programm her gilt sie als die Zwillingsschwester der Seelöwe-Sitzung.

Jochen Klenner (l., CDU-Landtagsabgeordneter) als Robin Hood mit Michael Körffer, Präsident der KG Wenkbülle. Foto: Denise Brenneis

Das Publikum Wieder fast 800 kostümierte Jecken besuchten auch in diesem Jahr die Seemöwe-Sitzung, die nach dem Auftritt der Wenkbülle-Tanzgarde gleich mit einem Knaller begann, denn mit ihrem Kölsch-Rock heizten „Brings“ 35 Minuten lang die Stimmung im Saal an. Da ging das Publikum mit, darunter GEM-Geschäftsführerin Gabriele Teufel, Sparkassenvorstand Hartmut Wnuck, Professor Christoph Müller-Leisse (Kliniken Maria Hilf), Architekt Burkhard Schrammen, Bolten-Chef Michael Hollmann, Schützenchef Horst Thoren und Felix Heinrichs (Fraktionsvorsitzender der SPD). Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner erschien als „Robin Hood von Windberg“, mit Schützenhut aber ohne Pfeil und Bogen, diese Utensilien hatte er bei seinem Sohn zurückgelassen.

Das Programm Nicht nur „Brings“ begeisterte. Die „Bläck Fööss“, Mutter aller kölschen Bands, waren da, freudig im Jahr ihres 50. Geburtstages erwartet. Sie spielten 30 Minuten ihre neuen und alten Hits. Mit den Nachwuchs-Bands „Lupo“ und „Miljö“ hatten die Wenkbülle dann die richtigen Musiker für das junge Publikum verpflichtet. Große Klasse waren die beiden Redner: „Rumpelstilzchen“ Fritz Schopps und Bernd Stelter. Sie sorgten mit ihren jecken Jahresrückblicken für wahre Lach-Orgien. Politiker kamen in ihren Vorträgen nicht unbeschadet davon, vor allem die „blondierten Jungs“ Donald Trump und Boris Johnson nicht. Gesetzt im Programm der Wenkbülle ist „Willi und Klaus“: Der Bauchredner gab Verhaltensregeln zum Besten. Beispiel: „Isst du die Banane quer, fällt das Grinsen dir nicht schwer!“ Auch zum festen Bestandteil der Sitzungen gehört das Kölner „Tanzcorps Sr. Tollität Luftflotte“. Mit seinem Programm „Nur fliegen ist schöner“ zeigte es tänzerisch und akrobatisch, was auf der Bühne machbar ist.

Felix Heinrichs (SPD, l.) und GEM-Chefin Gabriele Teufel. Foto: Denise Brenneis

Weiterer Höhepunkt Ihren schon bekannt guten Auftritt hatte an diesem Abend das Prinzen-Paar Axel I. und Niersius Thorsten. Angereist mit den beiden Garden aus Gladbach und Rheydt und natürlich mit dem MKV-Vorstand, durften die Tollitäten nicht ohne Zugaben auf ihrer Besucherbank Platz nehmen. Überraschung dabei für Jutta Kartheuser (Ehefrau von MKV-Chef Gert Kartheuser): Ihr überreichte Prinz Axel, gemäß ihres Kosenamens, ein „Mausibärchen“. Für die Seemöwe-Sitzung hatten die Wenkbülle eine neue Sitzungskapelle verpflichtet. Neben dem Lob der Künstler gab es für die gute Leistung der „Kleinenbroicher“ den Jahresorden der KG.

(v.l.) Willi Peitz (GWG Grevenbroich), Hartmut Wnuck (Stadtsparkasse MG), Prof. Christoph Müller-Leisse (Maria Hilf Kliniken), Burkhard Schrammen (Architekt) und Michael Hollmann (Bolten). Foto: Denise Brenneis

Spruch des Abends Ein fast fünfstündiges Programm endete nach Mitternacht. Rainer Wehle, Besucher aus Holt, brachte das Fazit vieler auf den Punkt: „Für ein solches Programm müsste man eigentlich nach Köln fahren. Doch bei diesem tollen Angebot feiern wir doch lieber hier.“

  Franz Josef Ungerechts