Mönchengladbach: Das Musikkorps der Bundeswehr spielte Benefizkonzert

Das Musikkorps der Bundeswehr spielte in Mönchengladbach: Wenn Musik zum Träumen verführt

Das Musikkorps der Bundeswehr Siegburg spielte in der Stadthalle Rheydt ein überwältigendes Benefizkonzert für den Jugendkarneval.

Es gibt Musikstücke, die kann man eigentlich gar nicht in Worte fassen. Sie stehen für sich, sind ein monumentales Werk und durchdringen den Zuhörer bis in die letzte Faser seines Körpers. Wenn das Publikum am Ende kurz innehält bevor es das Orchester mit Applaus überhäuft, dann ist etwas wahrlich Großes passiert. Genau so war es, als nun das Musikkorps der Bundeswehr Siegburg in der Rheydter Stadthalle das Stück „Hamburg – Das Tor zur Welt“ auf brillante Weise intonierte und eine musikalische Geschichte erzählte, die das Publikum wie in einem Rausch mit riss. Durch Musik Bilder vor dem geistigen Auge zu erzeugen, dazu gehört großes Können.

Komponiert wurde es von Stabsfeldwebel Guido Rennert und erzählt die Geschichte Hamburgs. Musikalisch wird ausgebreitet, wie der Zuhörer in Hamburg landet, auf einen alten Mann trifft und seiner Geschichte lauscht. Das Publikum begegnet der Hanse und dem dänischen König, erlebt die Hinrichtung Störtebekers und sieht die Auswanderer nach Amerika. Dann wird es grausam. Hamburg wird bombardiert, blüht wieder auf, erlebt die Beatles, ehe die Sturmflut 1962 die Stadt zerstört. Schiffsglocken erklingen, läuten für die Opfer. Als Dank erklingt eine Melodie für Helmut Schmidt bevor es auf die Reperbahn und schließlich zurück ins Flugzeug geht. In jeder Sekunde dieser überwältigenden Komposition konnte das Publikum mitfühlen, als wäre es Teil des Geschehens.

Begonnen hatte das Konzert mit dem Marsch „Die Deutsche Kaisergarde“. „Er ist einer von 65 deutschen Parademärschen“, erklärte Oberstleutant Christoph Scheibling, der als Dirigent die Leitung des Musikkorps’ hat. Es gilt das Aushängeschild der Bundeswehr und spielt unter anderem bei Staatsbesuchen. Nach der „Liberty Fanfare“ spielte das Korps den „Marsch des 4\. Hannoverschen Infanterie-Regiments“. „Die Vielseitigkeit der Märsche steht für den europäischen Gedanken“, erklärte Scheibling.

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Nach der Pause schaffte es das Musikkorps bei „Spirit of Scotland“, einer Folge schottischer Lieder, Dudelsäcke erklingen zu lassen, obwohl keine auf der Bühne waren. Allein durch die Töne der Blasinstrumente wurde dieses wunderbare Klangerlebnis erzeugt. Manch einem im Publikum lief ein Schauer über den Rücken. Die weiten schottischen Grünflächen waren förmlich zu sehen. So erklang nicht nur „Amazing Grace“, sondern auch „The Bonnie Banks of Loch Lomond“, das man in Deutschland vor allem als Melodie der Hymne des 1\. FC Köln kennt.

Zum Abschluss des Abends spielte das Musikkorps einige kölsche Töne. Schließlich war es ein Benefizkonzert zugunsten der Arbeitsgemeinschaft Jugendkarneval. Hier durfte das Publikum mitsingen, klatschen und schunkeln. Grandios waren danach die Zugaben. Der Radetzkymarsch, Brahms’ Wiegenlied und die deutsche Nationalhymne, die lautstark mitgesungen wurde, rundeten einen perfekten Abend ab. Die rund 600 Gäste im Konzertsaal der Stadthalle zollten den Musikern stehend applaudierend Respekt.

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