Mönchengladbach: ADFC-Narren radeln Kamelle werfend durch die Stadt

Jecke Tour ab Rheydt : Flotte Pedalen und fliegende Hüte

Die ADFC-Narren radeln Kamelle werfend von Rheydt nach Gladbach.

Ein bisschen Schwund ist immer: Dirk Rheydt, Mönchengladbacher ADFC-Vorsitzender, wurde von einer Böe der Hut vom Kopf gerissen. „Letztes Jahr habe ich den Hut auch schon verloren und mir exSchwupp ra einen neuen gekauft“, klagt er gutgelaunt im bunten Clownkostüm. „Im nächsten Jahr muss ich mir irgendetwas ausdenken.“ Denn der Hut bleibt verschwunden. Und auch auf die zweite Musikanlage in einem Fahrradanhänger müssen die karnevalistischen Radler bei ihrer Rosenmontagstour verzichten. Der Anhänger hat einen Platten und muss zurück in die Garage. Aber das alles verdirbt den jecken Radlern die Laune nicht. Das stürmisch-feuchte Wetter auch nicht. „Fahren wir los“, sagt Dirk Rheydt um 11.15 Uhr, als die Böen um die Hauptkirche fegen. „Dann sind wir bei Sonnenschein wieder zum Feiern zurück auf dem Rheydter Markt.“

Das stimmt zwar nicht – auch eine Stunde später regnet es noch, aber Radfahrer sind bekanntlich wetterfest. Bereits zum sechsten Mal lädt der Mönchengladbacher ADFC am Rosenmontag zum Karnevalsradeln. Start ist wie immer auf dem Rheydter Marktplatz, wo gerade der Rathaussturm begonnen hat. Dann radelt das fröhlich-bunte Rudel Richtung Gladbach: die Gartenstraße entlang, dann über die Korschenbroicher und Breitenbachstraße am Vitusbad vorbei durch Eicken und hinauf zum Sonnenhausplatz. Über die Blaue Route geht’s zurück nach Rheydt. Die kostümierten Radler winken und werfen Kamelle. Die Fußgänger freuen sich, winken zurück, und die Autofahrer hupen. Aber es ist ein freundliches Hupen. „Deswegen machen solche Aktionen zu Karneval so viel Spaß“, sagt Thomas M. Claßen. „Die Autofahrer sind dann gut gelaunt und nicht genervt.“ Der ADFC nutzt die Karnevalsatmosphäre, um das Radfahren positiv in Szene zu setzen. „Wir verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen“, sagt der ADFC-Vorsitzende.

Im nächsten Jahr planen die Radler noch eine Party nach der Tour – im dann in Eicken bezogenen ADFC-Büro. Aber in diesem Jahr wird noch in Rheydt weitergefeiert.

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