Karneval in Mönchengladbach: Ein Rückblick auf die Session 2019

Gladbach blüht auf : Das waren Gladbachs Blüten der Session

So lange dauerte die Karnevalszeit schon lange nicht mehr. Wir blicken zurück auf die Höhepunkte der vergangenen Monate.

Prinzenpaar Immer ein Grinsen im Gesicht und ein lautes Lachen auf den Bühnen, gepaart mit viel Herzlichkeit – das waren Prinz Dirk I. und Niersia Martina in dieser Session. „Es ist ein tolles Gefühl“ heißt ihr Lied und das sieht man den beiden förmlich an. Bei den großen Sitzungen sorgten sie für Partystimmung, bei den kleinen Veranstaltungen fanden sie den richtigen Ton, und bei Seniorensitzungen schunkelte der Prinz mit dem Publikum. Dieses Prinzenpaar hat überzeugt mit Normalität und echtem karnevalistischen Herzblut. Dirk und Martina Weise genießen ihre Zeit als Prinzenpaar, sind unprätentiös und kamen bei jedem Auftritt an.

Kinderprinzenpaar Gute Kinderprinzenpaare gab es schon viele im Mönchengladbacher Karneval. Doch noch keines hat bei seinem Lied eine Choreografie einstudiert, die in Windeseile Kultcharakter bekam. „Für den Karneval“ sangen Prinz Lukas II. und Prinzessin Lara I. zur Melodie von „Für die Iwigkeit“ von den Räubern. Wo immer sie auftraten, tanzte das Publikum mit. Besonders beeindruckend war das bei der großen Rheydter Narrensitzung der KG Schwarz-Gold Rheydt. Doch die beiden konnten nicht nur singen. Sie waren nie um einen lustigen Spruch verlegen und zeigten sich stets wortgewandt. Manchmal stahlen die beiden sogar dem großen Prinzenpaar ein wenig die Schau. Aber man muss eben auch gönnen können!

Gert Kartheuser Der neue Chef des Mönchengladbacher Karnevalsverbands erlebte seine erste Session als Chefkarnevalist – und musste als Nachfolger von Bernd Gothe, der das Ehrenamt jahrzehntelang professionell gefüllt hatte, in große Fußstapfen treten. Zu Beginn, im November, war Karteheuser noch Nervosität anzumerken. Doch das legte sich. Er nahm sich bei der Bühnenpräsenz im Vergleich zu Gothe zurück, was bei manchen Karnevalisten gut ankam. Besonders wohl schien sich Kartheuser bei Damensitzungen zu fühlen, wo er charmante Anreden für das Publikum fand. Kult geworden ist sein Saxophon-Solo bei der Zugabe zum Prinzenpaar-Lied.

Das Kinderprinzenpaar Lukas II. und Lara I. waren die heimlichen Stars der Session. Foto: Denise Brenneis

Kindertraditionsgarde Niemand wusste vor der Session so genau, ob das Experiment funktionieren würde. Dagmar Gaden, die Jugendbeauftragte des MKV, hatte vor der Session die Idee, eine Garde ins Leben zu rufen, in der Kinder verschiedener Gesellschaften einen gemeinsamen Tanz aufführen. Vor dem ersten Auftritt gab es nur vier Proben. Das Experiment gelang. Die Kindertraditionsgarde war eines der buntesten Bilder der Session und ist eine echte Bereicherung für den Gladbacher Karneval.

Pulvermeister Die Promi-Truppe der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach feierte in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen – was sie offenbar besonders antrieb. Denn bei ihrer einstündigen Show am Spätabend des Generalappells wuchsen die Pulvermeister über sich hinaus. Kreischalarm herrschte beim vierfachen Freddie Mercury (dargestellt von SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs, Chefarzt Professor Christoph Müller-Leisse, Mags-Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnaß und NEW-Chef Frank Kindervatter). Lachtränen flossen bei der Wiederauflage von „(T)Raumschiff Surprise“ mit Sparkassen-Chef Hartmut Wnuck, IHK-Geschäftsführer Jürgen Steinmetz und Architekt Burkhard Schrammen. Man darf jetzt schon auf das nächste Programm gespannt sein.

Die vier Freddies waren der Höhepunkt bei der Show der Pulvermeister. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Seemöwe Seit Jahrzehnten gehört die Seelöwe-Sitzung zu den besten Veranstaltungen jeder Session. Mit der Seemöwe-Sitzung hat die KG Wenkbülle den Weg gewagt, eine Sitzung im gleichen Format und in gleicher hoher Qualität ins Leben zu rufen. Die Premiere glückte. Mit Kasalla, den Paveiern, Klüngelköpp und den Boore standen Schwergewichte des Kölner Karnevals auf der Bühne.

Sitzungskonzert Für die erste große Sitzung der Session sorgte die KG Immer lustig Holt im November. Im Anschluss an die Veranstaltung spielten die Bläck Fööss im Festzelt vor rund 1000 Gästen ein 45-minütiges Konzert, das begeisterte und für Partystimmung sorgte. So etwas gibt es im Mönchengladbacher Karneval selten.

Klaus Werthmann (M.) erhielt den Orden „Pro meritis in carnevalis diebus“ der Großen Gladbacher KG. Foto: Christian Lingen

Handpuppen Der Hofstaat des Prinzenpaars hat schon oft von sich reden gemacht. Nun haben die drei Herren im Hintergrund auf den Hofstaat des Kinderprinzenpaars abgefärbt. Beim gemeinsamen Lied der Prinzenpaare trugen die beiden Hofstaaten Handpuppen, darunter auch Schützen-Lilly, und sangen kräftig mit. Das sorgte für viele Lacher und war einfach ein putziger Anblick.

Quadrille Die besondere Dressurformation des Reitercorps der beiden Prinzengarden ist immer ein Hingucker. Doch in dieser Session gab es einen Schlussstrich. Heinz Kleef und Hanno Klinken, die beiden Organisatoren der Quadrille, und Lothar Erbers, der im poetischen Stil das Geschehen kommentierte, hören auf.

Der Ratskeller Rheydt war die Hofburg des Prinzenpaars. Die Wirtsleute Annette Lucas und Harald Gerstung bewirtete die Tollitäten und den MKV-Boss. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Karl Schäfer Der zweite Vorsitzende der KG Uehllöeker Neuwerk ist seit vielen Jahren Präsident des Karnevalsverbands Linker Niederrhein. In dieser Session gehörte er zu den besonders ausgezeichneten Karnevalisten. Die KG Poether Pothäepel verlieh ihm die Goldene Kartoffel. Beim Prinzenpaarempfang im Landtag erhielt Karl Schäfer von Landtagspräsident André Kuper den Orden des Landes.

Klaus Werthmann Er ist der Hofmarschall des Prinzenpaars und ein Mann, der richtig aus sich herausgehen kann, auch wenn man ihm das nicht ansieht. Und er ist der Namensgeber der „Marshall-Boys“, wie der Hofstaat auch genannt wird. Werthmann hat sich um den Karneval verdient gemacht. Deshalb zeichnete ihn die Große Gladbacher Karnevalsgesellschaft mit dem Orden „Pro meritis in carnevalis diebus“ aus. Er gilt als höchster Orden des Mönchengladbacher Karnevals.

Anna-Leonie Pütz überzeugte als Nachwuchsrednerin. Foto: MKV/Denise Brenneis

Thomas Schmitz Der Mann, der sich selbst als „der bekloppteste Präsident“ bezeichnet, sorgte für einen der emotionalsten Momente der Session. Nach dem Tanz der Showtanzgarde der KG Schwarz-Gold Rheydt brach er bei der Rheydter Narrensitzung in Tränen aus. Für ihn war es nach 28 Jahren der letzte Auftritt als Tänzer vor dem Publikum einer der kultigsten Sitzungen. Als Präsident und Teil der „Geschwister Schmitz“ bleibt er jedoch erhalten. Beim Hoppedizerwachen auf dem Sonnenhausplatz vertrat er zudem den erkankten MKV-Präsidenten Willi Kleuser und führte durch das Programm.

Theater Der Konzertsaal des Theaters, der für die Karnevalisten noch immer die Stadthalle ist, war in dieser Session Schauplatz gleich mehrerer Höhepunkte, da die Kaiser-Friedrich-Halle saniert wird. Im November fand dort die Proklamation statt, die Rheydter Narrensitzung folgte einen Tag vor der MKV-Seniorensitzung Mitte Februar und einen Tag vor dem Straßenkarneval feierte dort die KG Schöpp op Eicken ihre Galasitzung.

Die KG Wenkbülle feierte mit ihrer neuen Seemöwe-Sitzung einen großen Erfolg. Unter anderem spielten die Paveier. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Herzbuben Die beiden Ex-Prinzen Michael Eßer und Peter Homann gönnen sich gerne einen ungewöhnlichen Auftritt. Als „Wildecker Herzbuben“ überraschten sie das Publikum bei der Kostümparty der KG Botterblom und der Damensitzung der KG Rot-Weiß Dorfbroich.

Dreigestirn Die KG Wanloer Ströpp hatte in dieser Session zum ersten Mal seit 2009 wieder ein Dreigestirn. Prinz Tom I., Bauer Eckart und Jungfrau Michaela regierten die Wanloer Jecken und sangen sogar ein eigens Lied auf die Melodie des Räuber-Hits „Dat es Heimat“. Die drei Herren verbanden sogar zwei Stadtteile. Der Prinz kommt aus Wanlo, war lange im Vorstand der Gesellschaft aktiv, und Bauer und Jungfrau sind Odenkirchener.

Thomas Schmitz stand zum letzten Mal als Tänzer auf der Bühne der Rheydter Narrensitzung. Foto: Denise Brenneis

Rudelsingen In Köln sind solche Veranstaltungen auf Monate ausverkauft – einmal im Jahr sogar die Lanxess-Arena. Nun gibt es das Rudelsingen auch in Mönchengladbach. Iris Frenzen und Anja Abels veranstalteten es im Restaurant Frenzen. Bei den Besuchern sorgte der Mitsingnachmittag für Begeisterung.

Hofburg Der Ratskeller Rheydt ist nicht nur das Stammlokal der Großen Rheydter Prinzengarde und Ort ausgelassener Partys an Altweiber und Veilchendienstag. Er war in dieser Session auch die Hofburg des Prinzenpaars. Wann immer die Tollitäten zwischen Auftritten eine Pause hatten, waren sie dort zu finden.

Das Dreigestirn der KG Wanloer Ströpp: (v.l.) Jungfrau Mikaela, Prinz Tom I. und Bauer E. Foto: Denisa Richters

Anna-Leonie Pütz Die 15-Jährige war der Shootingstar der Session. Vor drei Jahren war sie Kinderprinzessin, nun steht sie als Nachwuchsrednerin auf der Bühne und zeigt eine mitreißende Mischung aus Rede, Tanz und Parodie. Damit ist sie im Mönchengladbacher Karneval eine Rarität.

Gert Kartheuser hatte seine erste Session als MKV-Chef. Foto: Ilgner Detlef (ilg)
Die GardeGirls und die Rheer Knöppkes feierten gemeinsam ihre Jubiläen. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Doppeljubiläum Sie sind zwei Tanzformationen, die für den Mönchengladbacher Karneval stehen: die GardeGirls und die Rheer Knöppkes der Großen Rheydter Prinzengarde. Beide Formationen hatten in dieser Session Grund zum Feiern und taten dies mit einer gemeinsamen Ausstellung in der Rheydter Filiale der Stadtsparkasse. Die GardeGirls wurden 44 Jahre alt und die Rheer Knöppkes 30 Jahre.

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