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Karneval in Mönchengladbach: Anna-Leonie Pütz ist der Shootingstar der Session

Nachwuchsrednerin aus Mönchengladbach : Der Stern am Rednerhimmel

Anna-Leonie Pütz war vor drei Jahren Kinderprinzessin. Nun steht sie auf der Bühne, ist der Shootingstar der Session und begeistert mit einer Mischung aus Rede, Parodie und Tanz.

Erinnern Sie sich noch an ihre erste große Liebe? Anna-Leonie Pütz tut das aktuell in ihrem Programm, das sie in dieser Session auf den Mönchengladbacher Karnevalsbühnen präsentiert. Damit ist sie eine echte Rarität im Mönchengladbacher Karneval. Rund 600 Kinder und Jugendliche engagieren sich in den Gesellschaften. Das klingt nach wenig Nachwuchssorgen. Stimmt aber nicht. Denn die jungen Karnevalisten sind fast ausschließlich tanzend auf der Bühne. Anna-Leonie Pütz tritt als Rednerin auf. Die 15-Jährige zeigt eine Mischung aus Rede, Parodie und Tanz – und ist der Shootingstar der Session. Ihr großer Traum ist es, in einigen Jahren in Köln aufzutreten.

Angefangen hat sie mit neun Jahren in der Kinderprinzengarde. In der Session 2015/2016 begeisterte sie als Kinderprinzessin der Stadt. „In der Garde hatten wir immer eine Playbackshow. Dort hatte ich drei Jahre lang die Hauptrolle“, erzählt Anna-Leonie. Inzwischen tanzt sie in der Großen Rheydter Prinzengarde und engagiert sich im Jugendausschuss des Mönchengladbacher Karnevalsverbands (MKV). „Dagmar Gaden vom MKV sprach mich vor zwei Jahren an, ob ich mir vorstellen könne, eine Rede zu halten“, erinnert sie sich. Doch was der MKV ihr da vorgab, nämlich eine vorgeschriebene Rede auf Platt, das gefiel ihr so gar nicht. Anna-Leonie beschloss, ihr eigenes Ding zu machen. Weil sie bei einigen Kinderveranstaltungen schon als Moderatorin auf der Bühne stand, fiel ihr der Schritt nicht schwer.

In der vergangenen Session begann ihre Solokarriere. Anna-Leonie erzählte über ihre Familie und sang zwischendurch Playback zu Liedern. So richtig los geht ihre Karriere aber erst in der laufenden Session. Das neue Programm reißt das Publikum mit Songs von Andreas Gabalier, Michael Jackson und Abba mit, und die Performance wirkt deutlich erwachsener. „Man entwickelt sich ja“ sagt Anna-Leonie. „In meiner Garde unterstützt man mich, verschiebt sogar extra Auftritte“, erzählt Anna-Leonie.

Mehr Unterstützung wünscht sie sich vom MKV. Und das nicht nur für sich. „Wir hatten die Idee, eine Jugendband zu gründen, aber es finden sich keine Jugendlichen“, sagt sie. „Kindern, die sich im Karneval engagieren, sollte der MKV helfen, Auftritte zu bekommen und für sie werben“, fordert Anna-Leonie. Das Literarische Komitee des Kölner Festkomitees zum Beispiel bietet regelmäßig mit Profirednern Workshops für Kinder und Jugendliche an, die gerne mit Rede oder Musik auftreten möchten, und fördert so die Stars von morgen. In Mönchengladbach gibt es so etwas nicht. Anna-Leonie ist im Finden von Buchungen für Auftritte so gut wie auf sich alleine gestellt.

„Ich bekomme Tipps von der Rednerin Engel Hettwich und probe zuhause im Wohnzimmer“, erzählt Anna-Leonie. Nun hat sie ein Video gedreht, dass sie Düsseldorfer Karnevalsgesellschaften zuschicken wird, um dort Auftritte zu bekommen. „Hier bucht man mich ja nur für kleine Veranstaltungen“, sagt sie. Ihr Wunsch: Auftritte bei den großen Sitzungen in der Stadt. „Ich träume davon, einmal im Kölner Gürzenich aufzutreten. Wenn man Träume hat, soll man sich ja keine Grenzen setzen“, sagt Anna-Leonie.

Aber was ist eigentlich dran, an der Geschichte über ihre erste große Liebe? „Meine Rede hat einen gewissen Wahrheitsgehalt. Der Rest ist Betriebsgeheimnis“, sagt sie.