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Karneval Mönchengladbach: MKV sagt Veranstaltungen bis Jahresende ab

Wegen Corona-Pandemie : MKV sagt Mönchengladbacher Karneval bis Jahresende ab

Bis zum 31. Dezember gibt es keine Veranstaltungen des MKV. Deshalb wird auch kein neues Prinzenpaar gekürt. Prinz Axel I. und Niersius Thorsten und auch das Kinderprinzenpaar bleiben im Amt.

Die Corona-Krise hat jetzt auch den Karneval erreicht: Der Mönchengladbacher Karnevalsverband (MKV) hat am Montagabend sämtliche seiner Veranstaltung bis Ende des Jahres abgesagt. Das teilte der MKV auf seiner Facebook-Seite mit. „Aus heutiger Sicht ist es schwer vorstellbar, dass es eine ,normale’ Session 2020/2021 geben wird. Zu sehr werden die Auswirkungen der Pandemie noch in den Köpfen der im Karneval engagierten, aber auch der Mitmenschen nachwirken“, heißt es in der Mitteilung.

Betroffen sind zunächst nur das Hoffest, bei dem traditionell das neue Prinzenpaar vorgestellt wird, und die Proklamation, also die Amtsübergabe. „Den 11.11. haben wir ausgenommen, weil es eine Freiluft-Veranstaltung ist“, sagt der MKV-Vorsitzende Gert Kartheuser. Das werde je nach weiterer Entwicklung der Pandemie entschieden. Offen bleibt auch noch, wie es im kommenden Jahr weitergeht: Denn die meisten Sitzungen sind im Januar und Februar, der Höhepunkt der Session ist der Straßenkarneval mit den Veedelszügen, dem Rathaussturm und dem Veilchendienstagszug als Abschluss. Darüber wird, so Kartheuser auf Anfrage, im Sommer entschieden. „Die Gesellschaften brauchen auch Planungssicherheit“, sagt Kartheuser. Viele ältere Karnevalsfreunde hätten bereits signalisiert, aus sorge vor einer Infektion nicht mitzufeiern.

Für die Fans des noch amtierenden Prinzen-Paars Axel I. und Niersius Thorsten gibt es dabei zumindest eine gute Nachricht. Denn es werden dieses Jahr keine Nachfolger gekürt, die beiden bleiben eine weitere Session im Amt. Ebenso steht das Kinderprinzenpaar Louis I. und Theresa I. bis 2021 bereit.

„Der MKV-Vorstand hat uns Ende vergangener Woche gefragt, ob wir noch einmal zur Verfügung stehen“, sagt Thorsten Neumann. Die beiden sagten dann am Wochenende zu. „Es wäre undenkbar, ein neues Prinzenpaar zu küren und dann in eine verkürzte Session zu schicken. Man freut sich doch auf eine ganze Session. Wir wollten uns nicht aufdrängen, aber wir helfen gerne“, sagte Neumann, der auch betonte: „Wir freuen uns, falls es Karnevalsveranstaltungen geben wird.“ Denn das ist noch nichts gesichert, auch nicht für 2021. „Wir würden uns wünschen, wenn wieder Normalität einkehren kann. Aber noch sind wir skeptisch“, sagt Neumann. Dennoch wollen sie den Jecken in der Stadt zumindest eine Perspektive bieten.

Beim Hoppedizerwachen am 11. November werden dem Prinzenpaar eigentlich die Federn und die Insignien abgenommen – diesmal aber nicht. Eine neue Prinzenproklamation wird es folglich auch nicht geben. Neumann kündigte an, Axel Ladleif und er würden keinen Rollentausch vornehmen: „Aber wir werden uns natürlich dem Motto anpassen und wenn es möglich ist, auch unser musikalisches Repertoire erweitern.“ Das Sessionsmotto für 2020/21 wurde bereits am Veilchendienstag vorgestellt. Es lautet: „Gladbach schwebt auf Wolke sieben.“

Es ist zum ersten Mal seit 1991, dass der Karneval in Mönchengladbach in weiten Teilen abgesagt wird. Die Session 1990/91 wurde damals wegen des Golf-Kriegs abgesagt, und zwar in allen Karnevalshochburgen. Das Prinzenpaar Wolfgang und Helga Oertel wurde ebenfalls für die darauf folgende Session 1991/92 erneut inthronisiert. Prinz Axel I. und Niersius Thorsten sind das zweite Prinzenpaar mit verlängerter Regentschaft – nachdem die beiden bereits als erstes schwules Prinzenpaar im rheinischen Karneval für Furore gesorgt hatten, ist das ein weiterer historischer Status im Brauchtum dieser Stadt.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners lobte den MKV: „Ich habe großen Respekt vor dem Mut, eine solche Entscheidung zu treffen. Das zeigt eine hohe Verantwortung, es war mit Sicherheit nicht leicht.“ Jetzt gehe es ja auch um Planungssicherheit für die Vereine. Der MKV kann da nur Empfehlungen aussprechen, Veranstalter der Sitzungen sind aber die Gesellschaften.