Mönchengladbach: Karneval ganz ohne die Hits der Session

Mönchengladbach: Karneval ganz ohne die Hits der Session

Bei der Symphonie in Dur und Doll der Bischöflichen Marienschule traten die Ensembles des Gymnasiums auf. Bunt verkleidet spielten sie Stücke aus Swing, Jazz, Pop und Musicals. Eine Panne gab es beim Lied der Prinzenpaare.

Für die beiden Prinzenpaare ist so eine Session ganz schön strapaziös. Da muss man manchmal in kurzer Zeit von einem Saal zum anderen ziehen, um pünktlich auf der nächsten Bühne zu erscheinen. Eine komplette Veranstaltung bekommen die Tollitäten kaum mit. Die Symphonie in Dur und Doll der Bischöflichen Marienschule kommt da wie gerufen. Die hat zwar nicht so wirklich etwas mit Karneval zu tun - einmal abgesehen von verkleideten Orchestern und Chören und einer Hand voll Karnevalsliedern - doch sie ist ein fester Bestandteil der Mönchengladbacher Karnevalssession.

Allein der Einmarsch des Prinzenpaars Guido II. und Niersia Verena sowie des Kinderprinzenpaars Yannick II. und Annika I. konnte sich sehen lassen. Erklingt bei den großen Sitzungen der Laridah-Marsch, waren es bei Dur und Doll Sambaklänge. Begleitet wurden die Tollitäten nicht von den beiden Garden, sondern von Schülern mit Trillerpfeifen und Luftballons. Im ausverkauften Forum des Gymnasiums bestritt die Brass-Band mit "Let it go" aus dem Disney-Film "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" den Auftakt. Obwohl kein Karnevalslied, traf man damit den Nerv der Jecken. Das Stück soll in der vergangenen Session im Bus des Kölner Tanzcorps seiner Tollität Luftflotte in Dauerschleife gelaufen sein. Mit dem Titelsong aus "Ghostbusters" wurde es dann fetziger. Der Schulchor sang "Eight Days a Week" von den Beatles und brachte mit dem Brings-Klassiker "Su lang mer noch am lääve sin" das erste Karnevalsstück des Abends.

Das Vororchester und die Gesangsklassen steigerten die Stimmung mit Stücken wie "Pink Panther" und Bill Haleys "Rock around the clock". Bei Karl Berbeurs "Heidewitzka, Herr Kapitän" sang das Publikum lautstark mit. "Ihr habt uns absolut beeindruckt. Was hier geleistet wird, ist klasse. Musik und Karneval zu verbinden, ist wirklich besonders", sagte Prinz Guido II., als die Tollitäten in der Konzertmitte auf der Bühne standen. Niersia Verena lobte die vielen Kinder, die bei Dur und Doll mitmachten. "Ihr seid keine kleinen Talente, sondern schon richtig große", befand Prinzessin Annika I., und Prinz Yannick II. erklärte, dass es gar nicht leicht sei, viele Stücke auswendig zu spielen. Selbst spielt er ja Flöte im Wickrather Tambourcorps. MKV-Vize Markus Hardenack fand ebenfalls lobende Worte: "Ich bin jedes Jahr fasziniert, mit wie viel Enthusiasmus die Schüler dabei sind", sagte er. Unglücklich war allerdings, dass die Tontechniker das gemeinsame Lied der Prinzenpaare abwürgten, noch bevor es vorbei war. Das sorgte für ungläubige Gesichter auf der Bühne.

Das große Orchester spielte in der zweiten Konzerthälfte ein Medley aus den Musicals "König der Löwen" und "Mamma Mia!". Den Abschluss bestritt die Big Band mit "Ich will keine Schokolade" von Trude Herr und "Pirate" von Kasalla. Im Luftballonregen, der sich von der Decke ergoss, marschierten Prinz Guido II. und Prinzessin Niersia Verena aus, um dann doch noch pünktlich zum nächsten Termin zu eilen.

(RP)