Mönchengladbach: Kätzchen hat das Kommando

Mönchengladbach: Kätzchen hat das Kommando

Er sieht preußischer aus als Kaiser Wilhelm zu seinen besten Zeiten. Vor allem aber trägt er seine rote Husarenuniform – die orginalgetreu nach einem Foto des Kaisers geschneidert wurde – mit größtvorstellbarer Würde. Und darum ist Heinz-Josef Katz, den selbst die Nachwuchsschützen liebevoll "Kätzchen" nennen, eines der Gesichter des Stadtschützenfestes am Wochenende.

Er sieht preußischer aus als Kaiser Wilhelm zu seinen besten Zeiten. Vor allem aber trägt er seine rote Husarenuniform — die orginalgetreu nach einem Foto des Kaisers geschneidert wurde — mit größtvorstellbarer Würde. Und darum ist Heinz-Josef Katz, den selbst die Nachwuchsschützen liebevoll "Kätzchen" nennen, eines der Gesichter des Stadtschützenfestes am Wochenende.

Mit 66 Jahren wird er am Sonntag zum sechsten Mal das Kommando beim Großen Zapfenstreich führen, den er beim neuen Bezirkskönig — der am Samstag ab 15 Uhr auf dem Kapuzinerplatz ermittelt wird — stilecht an- und abmelden wird.

Dann hören alle auf Kätzchens Kommando. Hofft er zumindest. Denn als er 1996 das erste Mal Kommandierender war, sagte Bezirksbundesmeister Horst Thoren auf der Ehrentribüne schon mal schnell die Serenade an. Katz rief daraufhin zur Freude der Ehrengäste zu Thoren hoch: "Sag mal, wer hat hier denn das Kommando?" Was Thoren gewohnt schlagfertig konterte: "Du natürlich. Aber ich habe das Mikrofon." Katz, der bei den Schützen die Funktion des Rittmeisters hat, aber immer zu Fuß vorneweg marschiert, ist in diesen Tagen rund um Wickrath besonders viel an der frischen Luft unterwegs.

Nicht etwa, weil er das Marschieren üben müsste. "Aber die Uniform muss ja passen. Und beim Spazierengehen kommen die überflüssigen Pfunde runter", sagt Katz. Er ist der Prototyp des lebenslustigen und fröhlichen Rheinländers — eine Portion Selbstironie inbegriffen. Und so kann er, obwohl er es mit Preußens historischem Glanz und Gloria ganz genau nimmt, munter erzählen, warum er vor ein paar Jahren eine neue Uniform brauchte. Der verstorbene GeneralfeldmarschalKlaus Schnock machte Katz auf einen Fehler an seiner Uniform aufmerksam.

"Der sagte: So haben das die Husaren nicht getragen. Du siehst nicht aus wie ein Husar, sondern wie ein Zirkusdirektor." Der kleine Fehler ist längst behoben — und Katz bereit für das Stadtschützenfest. Ihn und rund 2500 weitere Schützen und Musikanten können alle Brauchtumsfreunde bei der Parade, die am Alten Markt startet, am Sonntag ab 16 Uhr erleben. Gefeiert wird das ganze Wochenende lang. Das Bühnenprogramm am Kapuzinerplatz geht Samstag und Sonntagvon 11 bis 22 Uhr.

(RP)
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