Kängurus in Mönchengladbach: Süße Tier-Babys im Tiergarten Odenkirchen

Nachwuchs in Mönchengladbach : Babyboom im Tiergarten Odenkirchen

Babyboom im Tierpark Odenkirchen

Im Frühjahr bekommen viele Tierarten im Tiergarten Odenkirchen Nachwuchs. Bei den Kängurus gibt es gleich zwei Babys zu sehen – oder auch nicht, denn im Moment schauen sie nur selten aus ihren Beuteln.

Manchmal ist es nur ein Bein, manchmal eine Schnauze oder der Kopf, und wenn sie ganz mutig sind, hängen sich die kleinen Kängurus sogar mit Kopf und Vorderbeinen aus dem Bauchbeutel der Mutter. Wer dieser Tage im Tiergarten Odenkirchen spazierengeht, muss allerdings Geduld mitbringen, um eines der beiden kleinen Rotnackenwallabys zu sehen – oft zeigen sie ihre Köpfchen noch nicht. Doch sie sind nicht die einzigen Tierbabys, die es in diesen Wochen im Tierpark zu sehen gibt, denn das Frühjahr ist bei viele Tierarten die Zeit, in der der Nachwuchs kommt.

Die beiden Kängurubabys sind inzwischen etwa drei Monate alt. Doch sie waren bisher nicht zu sehen, weil sie die ersten Monate im Beutel der Mutter versteckt bleiben. Geboren werden sie etwa in Gummibärchengröße, erklärt Katrin Ernst, Leiterin des Tiergartens. Nach der Geburt seien die Babys nackt und blind – könnten aber immerhin greifen. So gelangen sie von der Scheide der Mutter über das Fell in den Beutel. „Die Mutter leckt sich übers Fell und zeigt dem Baby so, wo es zum Beutel geht“, sagt Ernst. Dort saugen sie sich an einer der beiden Zitzen fest. Nach drei Monaten schauen sie ab und zu aus dem Beutel der Mutter, nur wenige Besucher im Tiergarten haben den Nachwuchs bisher bemerkt. Das liegt auch daran, dass man die Mütter unter den Kängurus schlecht erkennt: Beim Springen ziehen sie den Bauch ein, damit das Kleine nicht rausfällt. Nagen sie allerdings am Gras, kann man einen hängenden Beutel erkennen.

Das Kängurubaby streckt nur selten den Kopf aus dem Beutel der Mutter. Foto: Milena Reimann. Foto: Milena Reimann

Insgesamt leben nun sieben Kängurus im Tierpark: Vier Erwachsene, ein Jungtier aus dem vergangenen Jahr und die beiden Babys. Die Rotnackenwallabys leben allerdings eher in losen Gruppen oder sind Einzelgänger – das sieht man auch im Tiergarten. Die Tiere interessieren sich kaum füreinander, streiten aber auch nicht, wenn es Futter von der Pflegerin gibt. Die Rotnackenwallabys stammen aus Australien, wo sie in Eukalyptuswäldern und auf Grasflächen leben und vor allem Gräser und Kräuter fressen. In Mönchengladbach bekommen sie auch Gemüse und selten etwas Obst zu essen. „Wie alle von Menschen gezogenen Tieren werden sie schnell zu dick“, sagt Ernst. Zu wenig Bewegung ist das eine, zu viel Futter von Besuchern das andere. Auch am Freitag lagen wieder Möhren und Äpfel im Gehege, die Ernst einsammeln musste. „Es ist wichtig, dass die Besucher den Tieren kein Essen geben, sonst wissen wir nicht, ob ein Tier nicht frisst, weil es satt ist oder weil es krank ist“, sagt sie.

Das gilt auch für alle anderen Tiere im Park. Nachwuchs hat es auch dieses Jahr bei vielen Arten gegeben. Vor allem die einheimischen Arten bekämen im Frühjahr ihre Jungen, sagt Ernst. Zuletzt ist Ende März ein Mufflonweibchen geboren, das dieser Tage noch mit Nabelschnur durchs Gehege streunt. Auch die zwei kleinen Schafe sind erst im März geboren, ebenso wie zwei Walliser Schwarzhalsziegen. Über die freut sich Ernst, da es zuvor zwei Jahre keinen Nachwuchs gegeben hatte. „Der Bock war zu verfilzt, um sich gut zu bewegen, den haben wir geschoren, dann hat es geklappt“, sagt sie. Bereits im Februar sind zwei Zwergziegen zur Welt gekommen. Und auch Küken gibt es. „Wir versuchen immer, einige Küken an Ostern zu haben. Dieses Jahr geht das, weil Ostern nicht so früh ist“, sagt Ernst.

Doch noch nicht alles im Tiergarten ist bereits zum Leben erwacht: Die Wasserschildkröten sind noch in Kühlboxen untergebracht, in denen sie ihren Winterschlaf halten. Doch lange wird ihr Gehege nicht mehr leer bleiben. Ernst sagt: „Einige sind schon erwacht.“

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