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Mönchengladbach: Kabeldieb muss für 16 Monate ins Gefängnis

Mönchengladbach : Kabeldieb muss für 16 Monate ins Gefängnis

Nach einer zähen Verhandlung über eine Höchststrafenvereinbarung war der Angeklagte (45) gestern bereit, den dreisten Diebstahl von 35 Kupferkabeln am Rande des Tagebaues Garzweiler zuzugeben. Zusammen mit seinem Sohn sei erdamals,in der Nacht zum 21.Oktober 2007 auf der Suche nach Sperrmüll gewesen. Dafür waren die beiden mit einem Kleinlastwagen extra aus Köln angereist, drei Uhr nachts. "In Köln waren wir erfolglos", ließ der Arbeitslose die mazedonische Dolmetscherin im Prozess vor der Ersten Strafkammer erklären. Doch die Kabeldiebe hatten Pech. Vater und Sohn hatten gerade die sechs Meter langen Stücke aufgeladen, als sie von einem Werkschutzmann von RWE entdeckt wurden. Der RWE-Mann war damals auf Streifenfahrt. Er verständigte sofort die Polizei und verfolgte die Kölner. Der 45-Jährige hatte das bemerkt, stoppte auf einer Anhöhe, legte den Rückwärtsgang ein und rammte das RWE-Fahrzeug. Der Werkschutzmann erlitt ein Schleudertrauma. An dessen Fahrzeug entstand ein Schaden von 1000 Euro. Als sich die Polizei bereits mit Blaulich näherte, fuhr der Kabeldieb davon. Doch die Flucht endete in einem Fiasko. Vater und Sohnblieben mit ihrem Wagen im Feld stecken. Zu Fuß kamen sie nicht weit. Sie wurden bald festgenommen. Im Gerichtssaal beteuerte der vorbestrafte Angeklagte : "Ich wollte den Mann nicht verletzen. Ich wollte nur abhauen." Der Sohn des Angeklagten musste nicht mehr aussagen. Ein Kölner Jugendrichter hatte dessen Verfahren bereits eingestellt. Doch für den Vater hieß es am Ende: Eine neunzehnmonatige Freiheitsstrafe wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und Unfallflucht.

Allerdings muss der Kölner von den 19 Monaten nur 16 Monate verbüßen. Wegen der langen Verfahrensdauer, die nicht der Angeklagte zu verantworten hat, werden ihm praktisch drei Monate geschenkt. Außerdem muss der Familienvater drei Monate lang auf seinen Führerschein verzichten.

(RP)