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Beethovenstraße: Jungvögel stoppen Bau für vier Wochen

Beethovenstraße : Jungvögel stoppen Bau für vier Wochen

Nicht schlecht staunten die Handwerker an der Beethovenstraße, die an einem Haus die Fassade neu streichen sollten. Denn sie entdeckten in der Dämmung ein großes Loch – und hörten, je näher sie kamen, ein Fiepen.

Nicht schlecht staunten die Handwerker an der Beethovenstraße, die an einem Haus die Fassade neu streichen sollten. Denn sie entdeckten in der Dämmung ein großes Loch — und hörten, je näher sie kamen, ein Fiepen.

Ein Blick ins Innere verriet den Grund dafür: Drei Jungvögel warteten auf ihre nächste Mahlzeit, die die ausgeflogene Vogel-Mama offenbar gerade sammelte. Die Handwerker riefen ihren Auftraggeber, den Gladbacher Architekten Dr. Burkhard Schrammen an, der die Renovierung im Auftrag der Eigentümer koordiniert. Ihre verständliche Frage: "Was sollen wir machen?" Schrammen fuhr zur Beethovenstraße, machte sich ein Bild und entschied sofort: "Bauarbeiten stoppen. Wir warten, bis die Vögel flügge werden." Das wird wohl vier Wochen dauern. Schrammen wollte nicht erst lange Expertisen abwarten (um welche Vogelart es sich genau handelt, ist unklar) und Ratschläge offizieller Seite, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist.

Für Schrammen ist klar: "Natürlich wäre allen lieber, wir könnten ohne Verzögerung weitermachen. Aber mein Eindruck ist, dass die Zahl der Vögel in der Stadt abnimmt. Darum waren uns die kleinen Vögel wichtiger als unser Zeitplan." Der Architekt hofft nun, Nachahmer zu finden. Denn er geht davon aus, dass es auch andernorts ganz unvermittelt fiept und piept. (jüma)

(RP)