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Mönchengladbach: Junge Preisträger der Musikschule brillieren vor 500 Zuhörern

Mönchengladbach : Junge Preisträger der Musikschule brillieren vor 500 Zuhörern

Tolles Ergebnis: Beim Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" geben die Mönchengladbacher in diesem Jahr den Ton an.

War das jetzt ein Konzert von Kindern und Jugendlichen, die hobbymäßig Musik machen? Es war mal wieder verblüffend, auf welchem Niveau die Schüler der städtischen Musikschule am Sonntag beim Preisträgerkonzert des Regionalwettbewerbs "Jugend musiziert" ihr Können zeigten. Dieses Jahr konnte man sogar klar sagen: Die haben ja schon wieder zugelegt. Die Stücke, die gestern in der Kundenhalle der Stadtsparkasse am Bismarckplatz gespielt wurden, hatten teils professionelles Niveau. Und auch schon die Jüngsten machten durchweg technisch saubere, anspruchsvolle und mitreißende Musik.

Zu diesem Bild passten die Zahlen, die Sparkassendirektor Hartmut Wnuck bei seiner Ansprache nannte. Von den 172 Teilnehmern des Regionalwettbewerbs "Jugend musiziert" aus Mönchengladbach haben sich in diesem Jahr 106 für den Landeswettbewerb Ende März in Münster qualifiziert. Das heißt: Fast zehn Prozent der 1316 Teilnehmer von 150 Musikschulen in NRW kommen in diesem Jahr aus Mönchengladbach. "Diese Musikschule ist ein dickes Pfund für unsere Stadt", sagte Wnuck. "Wir unterstützen sie mit großer Leidenschaft." Das sah Bürgermeister Ulrich Elsen in seiner Rede ebenso: "Was Sie als Musikschule in dieser Stadt leisten, ist einfach vorbildlich."

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Dass rund 500 Zuschauer, darunter naturgemäß viele Kinder, über eine Stunde lang mit voller Aufmerksamkeit zuhörten, lag an der klugen Zusammenstellung des Programms. Die Stücke, die gespielt wurden, waren kurzweilig, abwechslungsreich, teils richtig witzig und eher kurz. Die zwölf Gruppen und Solisten zeigten das ganze Leistungsspektrum der Musikschule.

Ein Highlight war die 14-jährige Kha-tu Julia Nguyen am Klavier. Sie spielte Auszüge aus Alberto Ginasteras "12 American Preludes" beeindruckend virtuos und emotional reif. Mal hämmerte sie mit den Fäusten auf die Tasten, mal spielte sie leicht wie eine Feder.

Eine für die Ohren ungewöhnliche Besetzung war ein Quartett mit drei Streicherinnen und einer Akkordeonspielerin. Doch Antonin Dvoraks "Bagatellen op. 47" bekamen durch die erdige Basis der Akkordeonklänge von Anna Otten einen sehr eingängigen Sound. Anna Döring als erste Geige gab leidenschaftlich den Ton an. Aber auch ihr Kontakt mit Lara Hansmann (Geige) und Melissa Lickfett (Cello) war jederzeit spürbar. Dass auch die Jazzband "Fourfold" auftrat, zeigt die Offenheit der Musikschule. Die Geschwister Johanna, Luzie und Moritz Micha und Amon Verlinden haben nicht bei "Jugend musiziert" mitgemacht, sondern kürzlich beim Landeswettbewerb "Jugend jazzt" den zweiten Preis geholt. Sie spielten "Realize!" von Three Fall mit so einem Groove, dass im Publikum einige mitzuckten.

Zwitschern, kreischen, pfeifen, hämmern - wie sich solche Töne mit Geige, Klavier und Blockflöte produzieren lassen, demonstrierten Hanna Forg, Josephina Lucke und Laura Schmidt mit großer Spielfreude. Sie spielten eine Canon-Variatio aus Winfried Michels "Trio op. 3" - spannungsvolle neue Musik voller Dissonanzen und Rhythmuswechsel.

Auch wenn nicht alle beim Regionalwettbewerb so virtuos waren wie die Kinder und Jugendlichen, die beim Abschlusskonzert auf der Bühne standen: Sparkassendirektor Wnuck stellte in seiner Ansprache klar, dass alle Teilnehmer eine tolle Leistung gebracht haben. Im Anschluss an das Konzert bekam daher jeder, der mitgemacht hat, eine Urkunde und einen Preis - unter anderem eine Karte für Zirkus Roncalli - als Anerkennung für das monatelange Üben und den Mut, sich auf die Bühne zu stellen.

(RP)