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Mönchengladbach: Jugendliche simulieren Flüchtlingsdebatte

Mönchengladbach : Jugendliche simulieren Flüchtlingsdebatte

Schüler des Hugo-Junkers-Gymnasiums spielten einen EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise durch.

Die Flüchtlingsthematik ist seit geraumer Zeit einer der wichtigsten Tagespunkte auf sämtlichen Gipfeln der Europäischen Union. Einzelne Länder fühlen sich mit der Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge überfordert, manche wollen erst niemanden durch die eigene Grenze hindurchlassen. Dementsprechend ist es schwierig, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Schüler der neunten Klasse des Hugo-Junkers-Gymnasium bekamen nun die Möglichkeit, eines der wohl wichtigsten politischen Themen Europas im eigenen Klassenraum zu diskutieren. Anlässlich des Europatags waren drei "Europateamer" der Landeszentrale für politische Bildung zu Gast, die mit den Schülern das Planspiel mit dem kritischen Titel "Festung Europa?" durchführten.

"Das Szenario ist ein Sondergipfel der Europäischen Union", erklärt Lilli Grieshaber, neben ihren Kolleginnen Aida Konti und Annika Kielisch, den Schülern das geplante Rollenspiel. Alle drei engagieren sich für die Landeszentrale für politische Bildung mit dem Schwerpunkt, das komplizierte System der Europäischen Union verständlich zu machen. Bei dem Rollenspiel nimmt jeder Schüler die Position eines Mitgliedsstaates ein. Wichtige Rollen, wie Deutschland, Ungarn oder Italien werden aufgrund der Komplexität gleich doppelt besetzt. Nachdem auch die Rollen der Präsidenten und der Presse verteilt sind und das Material gesichtet wurde, steht die erste Statement-Runde an. Italien droht, es den Briten gleich zu tun und die Gemeinschaft zu verlassen, sollten die anderen Länder in Zukunft nicht bessere Unterstützung leisten. Griechenland fordert ebenfalls größere finanzielle Unterstützung, um den vielen Menschen auch wirklich helfen zu können. Es folgt eine Diskussionsrunde, in der nicht nur die eigenen Positionen berücksichtigt werden, sondern auch die Situation und Bedürfnisse der Flüchtlinge im Mittelpunkt stehen. Das Nein Ungarns verhindert am Ende eine Quotenverteilung der Flüchtlinge. Deutschland und einige andere Staaten verhindern im Gegenzug eine Überarbeitung der Dublin-Regeln.

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"Ziel dieses Projekts ist es, die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren und das kritische, differenzierte Denken zu schärfen", so Dominik Zuk, Geschichtslehrer der Klasse. Auf der einen Seite lernen die Schüler die EU und ihre Aufgaben und Verpflichtungen kennen, auf der anderen, wie man konstruktiv diskutiert und auf andere Meinungen eingeht. Zuk zeigt sich am Ende sehr beeindruckt von der Bemühung, insbesondere die Rechte eines jeden Flüchtlings zu respektieren und zu wahren. Das Hugo-Junkers-Gymnasium als eine Schule ohne Rassismus und mit Courage wird auch in Zukunft vergleichbare Projekte für die Schüler anbieten.

(RP)