1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Jüdische Gemeinde blüht

Mönchengladbach : Jüdische Gemeinde blüht

Gestern gab es Führungen durch die Synagoge. Die Jüdische Gemeinde Mönchengladbach hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Diesmal war der Ansturm besonders groß – die Veranstaltungen waren Bestandteil der Jüdischen Kulturtage 2011.

"Das jüdische Leben in Mönchengladbach blüht", sagt Leah Floh. "Und dieses Wohlbefinden wird natürlich weitergetragen", so die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde weiter. Diese Meinung wurde durch einen Ansturm von Besuchern zum Tag der offenen Tür der jüdischen Gemeinde bestätigt. Die Synagoge öffnete ihre Türen einmal mehr für Interessierte, und die Sitzplätze reichten kaum aus, um die Besucher unterzubringen.

Religiöser Mittelpunkt der Juden

"Ich bin überrascht, dass so viele Gäste gekommen sind", freut sich Leah Floh. Der religiöse Mittelpunkt der Juden wurde zum Begegnungsort für viele. Da ging es einerseits um den Glauben, darum, was alles das jüdische Leben bestimmt. Andererseits gab es auch humoristische Aspekte, wenn darüber gesprochen wurde, wie die Praxis des jüdischen Lebens aussieht.

Einige der Besucher haben schon einmal eine Synagoge von innen gesehen. Für andere bringt der Tag der offenen Tür ganz neue Einblicke mit sich. "Ja, es ist hier schlichter, als man es sich vorstellt", bestätigt Leah Floh. Die Synagoge ist ein großer Raum und die Wände sind mit Holz vertäfelt. Zwei große, bunte Fenster erinnern an den Schmuck, wie man ihn auch in Kirchen kennt. Aber keine Figuren oder ein großzügiger Altar. Stattdessen eine Einrichtung, die eher praktisch anmutet. Trotzdem oder gerade deshalb: Man wird neugierig. Nach jüdischem Kalender leben wir bereits im Jahr 5771. "Und entsprechend alt sind unsere Religion und unsere Traditionen", sagt Leah Floh.

  • Mönchengladbach : Die jüdische Geschichte Mönchengladbachs
  • Schule : Tag der offenen Tür
  • Wilfried Manheller leitet die Abteilung beim
    Interview mit Wilfried Manheller vom Niersverband : „Man wird beim Planen stärker ans Wasser denken müssen“

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde erklärt den Mittelpunkt ihres Glaubens: "Im Judentum ist das Leben das höchste Gut." Von der Geburt bis zum Tod wird jeder Mensch gefeiert. Dazu zählt die religiöse Volljährigkeit mit der Bar-Mizwa genauso wie die Fürsorge um ein krankes Gemeindemitglied. Rituale gehören dazu – bis zum Lebensende. Erst dann trete der Mensch ohne Gebote und Verbote vor Gott. Doch schnell wurde den Besuchern klar: Es gibt strenge Regeln im Judentum, aber es geht auch immer um Lebensqualität. "Bei den Juden ist das Essen immer ein Thema", erklärt Leah Floh. Koscher ("erlaubt") – so essen die Juden. Das Fleisch muss von der Milch getrennt aufbewahrt, zubereitet und verzehrt werden. Putensteak mit Sahnesoße geht nicht. "Aber funktioniert das denn im Alltag?" fragen sich die Besucher. "Man kann schon sagen, dass unser Einkauf länger dauert", sagt Leah Floh mit einem Augenzwinkern. Aber sie spricht auch von den Büchern, an denen man sich orientieren kann.

Um zu zeigen, welche Gegenstände zum Leben eines gläubigen Juden gehören, weist Leah Floh auf Gegenstände, so auf einen Gebetsschal oder ein Totenhemd. Sogar der heilige Schrank der Synagoge wurde für die Besucher geöffnet. "Es geht um das Wissen über eine Kultur", erklärt die Vorsitzende und ergänzt: "Umso mehr ist ein persönliches Treffen wichtig, um Vorurteile abzubauen."

(RP)