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Mönchengladbach: Jetzt doch kein Baumarkt in der City Ost

Mönchengladbach : Jetzt doch kein Baumarkt in der City Ost

Künftig kann in der City Ost weder ein Hornbach noch ein Real-Markt entstehen – diese Beschlüsse soll der Rat noch vor der Wahl treffen. Klagen könnten die Folge sein, Hellweg hätte freie Bahn für die Übernahme des alten Max-Bahr-Marktes.

Es ist nur ein bürokratischer Akt, doch er dürfte jede Menge Steine ins Rollen bringen: Am 21. Mai, also noch in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl, soll der Rat zwei so genannte Veränderungssperren für das Gelände der City Ost beschließen. Das brächte Planungssicherheit dahingehend, dass sowohl ein Hornbach-Baumarkt (Aurelis-Grundstück) als auch ein Lebensmittelmarkt (Real) nicht zugelassen werden dürften. "Mit diesem Instrument sichern wir eine Masterplan-konforme Planung für die City Ost ab", sagt Technischer Beigeordneter Andreas Wurff. "Wir haben dann insgesamt vier Jahre Zeit, um einen Bebauungsplan aufzustellen."

Es ergeben sich auch handfeste Konsequenzen. Ist die Errichtung eines Baumarkts (wenn auch zunächst nur für die Dauer der Veränderungssperre) nicht mehr zulässig, dürfte dies einem möglichen Investor als ausreichende Sicherheit dienen, den leerstehenden Max-Bahr-Markt an der Lürriper Straße zu übernehmen. Die Baumarktkette Hellweg hatte entsprechendes Interesse bekundet, die früheren Max-Bahr-Mitarbeiter hatten selbst den Kontakt hergestellt (die RP berichtete). Jedoch forderte Hellweg die Gewissheit, dass nicht in direkter Nähe ein Konkurrent einen weiteren Baumarkt hochzieht. "Wir hoffen nun alle auf ein gutes Ende", sagt Jürgen Wolf, der frühere stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Max Bahr. Die Mitarbeiter sind derzeit noch in einer Transfergesellschaft. "Langsam läuft uns die Zeit davon, trotz aller Bemühungen", sagt Wolf.

Doch an dem Thema hängt ein ganzer Rattenschwanz weiterer Implikationen. Etwa die im Raum stehenden Schadenersatzforderungen von Aurelis in Höhe von 6,8 Millionen Euro – begründet mit dem abgelehnten Baugesuch für den Baumarkt. Alternativ könnte die Stadt das Grundstück kaufen; 12,7 Millionen Euro ruft Aurelis dafür auf. "Möglich ist aber auch, dass ein Dritter sich für das Grundstück interessiert, um dort etwa einen Büro-Standort zu realisieren", sagt Andreas Wurff. Masterplan-Ziele für das City-Ost-Areal sind Dienstleistung, ein paar Nutzungs-Mischformen sowie ein zentraler Grünzug mit Wegeverbindungen zwischen Breitenbach- und Kranzstraße.

Und auch der Faktor Real bleibt eine Unwägbarkeit. Dass die Warenhauskette tatsächlich in der City Ost einen Markt errichten will, glaubt niemand so recht. Dennoch gibt es seit Mai 2006 eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines "großflächigen Lebensmitteleinzelhandelsbetriebes", die seit dem immer wieder verlängert wird. Weil nun der Konkurrent Kaufland mit einem Markt in Holt ins Real-Stammland vorstoßen will, könnte, glauben Insider, Real das Grundstück in der City Ost als Faustpfand nutzen, um Kaufland zu verhindern. Die Baugesellschaft Jessen, die den Kaufland-Markt bauen will, hat eine zunächst zurückgewiesene Bauvoranfrage kürzlich neu eingereicht. "Noch rund vier Wochen wird die Prüfung wohl dauern", sagt Wurff. Unabhängig davon, wie entschieden wird, richtet sich die Stadt bereits auf eine Klage ein – entweder von Jessen oder von Holter Einzelhändlern. Und wie Real am Ende letztlich reagiert, ist noch nicht abzusehen.

Die beiden Veränderungssperren, die sowohl Real als auch Hornbach verhindern würden, werden, die Zustimmung des Rates vorausgesetzt, bis 19. März 2016 angeordnet. Danach können sie für zwölf Monate, mit Zustimmung der Bezirksregierung dann noch für ein weiteres Jahr verlängert werden, insgesamt also vier Jahre. Das Thema City Ost bleibt also vertrackt – doch nun werden zumindest schon mal ganz entscheidende Pflöcke eingeschlagen.

(RP)