Mönchengladbach: Investor für insolvente Seniorenbetreuung gesucht

Mönchengladbach: Investor für insolvente Seniorenbetreuung gesucht

An Pfingsten ist der Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der Felicitas Seniorenbetreuung GmbH verstorben, nun gibt es den nächsten Nackenschlag zu verkraften: In dieser Woche ist ein Insolvenzeröffnungsverfahren gegen die Einrichtung an der Hügelstraße angelaufen. Rund 60 ältere Menschen werden dort von rund 40 Angestellten betreut, und das soll auch so weitergehen. Das sagt Rechtsanwalt Volker Quinkert, der vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt worden ist: "Die Mitarbeiter sind sehr motiviert, ihre Gehälter bis einschließlich September sind über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert." Gericht und Agentur hätten dem bereits zugestimmt, lediglich zwei potenzielle Erben müssten sich noch äußern.

Volker Quinkert sucht nun nach einer "externen Lösung", sprich: nach einem Investor für das angeschlagene Unternehmen. Erste Anfragen gebe es bereits, er sei dementsprechend optimistisch. Eine Fortführung des Unternehmens, das seit dem Tod des Mehrheitsgesellschafters ohne vertretungsberechtigtes Organ war, in jetziger Form komme nicht in Betracht, sagt Quinkert. Schon in den vergangenen Jahren hätten sich bei Felicitas hier und da mal Finanzierungslücken aufgetan, die der nun Verstorbene aber stets mit eigenen Mitteln wieder aufgefüllt habe.

Stationäre Pflege und Betreuung im Rahmen von Wohngemeinschaften und Kurzzeitpflege beinhaltet das Portfolio der Seniorenbetreuung im Westend. Quinkert hofft, bis spätestens Mitte September einen Investor gefunden zu haben und bis Ende September alles entsprechend ausverhandeln zu können.

Faktoren bei der Kaufpreisfindung in der Branche seien die Zahl und Laufzeiten der Versorgungsverträge, die Pflegebedürftigkeit der Betreuten sowie die statistische Lebenserwartung. "Das stellen wir gerade zusammen", sagt Quinkert. "Auf dieser Basis müsste ein Investor dann eine Entscheidung treffen."

(tler)