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Mönchengladbach: Ins Haus Erholung regnet's rein: Stadt fehlt Geld für Sanierung

Mönchengladbach : Ins Haus Erholung regnet's rein: Stadt fehlt Geld für Sanierung

Noch einen Winter will die Stadt warten, bis das Dach geflickt wird. Fördergeld für die Sanierung ist beim Land beantragt. Die FDP kritisiert das Vorgehen.

Das Haus Erholung gilt als eine der Vorzeigeadressen in der Stadt: Oben auf dem Abteiberg ist es ein wichtiges Element auf dem sogenannten Kulturhügel. Wer von unten guckt, sieht die Schäden am Gebäude nicht. Doch ins Haus Erholung regnet's seit geraumer Zeit rein: Durch das undichte Dach dringt Wasser in die historische Fassade, die inzwischen erhebliche Feuchtigkeitsschäden aufweist. Die FDP fordert deshalb eine umgehende Sanierung. Bislang ohne Erfolg. "So sollte man nicht mit einer guten Stube umgehen", sagt die liberale Fraktionschefin Nicole Finger.

Mittlerweile hat die Stadt durch Auffangnetze dafür gesorgt, dass keine Fußgänger durch herabstürzende Gebäudeteile verletzt werden. Denn das Mauerwerk am Dach ist durch feine Haarrisse bröckelig, deshalb könnten Teile auf den Bürgersteig fallen.

In der mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2015 bis 2017 sind für den ersten Bauabschnitt - Fassade vorne und Dach - am Haus Erholung 750 000 Euro eingeplant und auch schon beschlossen. Die noch fehlenden 100 000 Euro würde die Stadt gerne aus dem Landes-Fördertopf für Denkmalpflege bekommen. Die Summe war auch schon mehrfach beantragt, aber Mönchengladbach ging bei der Verteilung des Geldes immer leer aus. "Wir wollen es jetzt noch einmal versuchen. Bekommen wir auch dieses Mal keine Fördermittel, müssen wir als Stadt die Sanierungskosten komplett selbst übernehmen", sagt der Technische Beigeordnete Andreas Wurff. Zwei weitere Bauabschnitte - im Bereich der Gartenterrasse und bei den Anbauten am Parkplatz - sind noch nicht beschlossen. Allerdings liegt hier die Kostenberechnung vor: Benötigt wird eine weitere halbe Million Euro.

Die Stadt war zweigleisig gefahren, um sich diese Kosten zu sparen. Zum einen wollte sie Fördergeld aus dem Denkmalpflegetopf loseisen. Zum anderen hoffte sie lange auf einen Investor, der sich des alten Hauses Zoar annimmt und da ein Hotel baut. Wurff: "Die Pläne sahen immer vor, dass der Betreiber eines Hotels das Haus Erholung in sein Konzept einbezieht." Mittlerweile ist die Suche nach einem Hotel-Investor zurückgestellt und wird erst wieder aktuell, wenn das Vis-à-vis abgebaut und der Cityplatz neu gestaltet ist. Wurff geht davon aus, dass die Stadt bei der Sanierung der Erholung noch einen Winter lang warten kann, "aber dann müssen wir ran, auch ohne Fördermittel".

So lange will die FDP jedoch nicht mehr warten. "Eine intakte, ansprechende Fassade ist doch nicht Kür, sondern Pflicht", sagt die Fraktionsvorsitzende Nicole Finger. Die Liberalen wollen aus dem Haus Erholung ein "Haus der Bürgerinnen und Bürger" machen. Eine weitere FDP-Idee: In der Erholung soll ein Trauzimmer eingerichtet werden.

(RP)