Mönchengladbach: Innovativer Fahrradschlauch aus Gladbach

Mönchengladbach: Innovativer Fahrradschlauch aus Gladbach

Ein Schlauch mit zwei Enden, der ohne Ausbau des Laufrades gewechselt werden kann: Mit diesem Produkt hat die Jetten-Fischer-Petrovan GbR einen Innovationspreis in den Niederlanden gewonnen.

In Kürze sollen die Schläuche im Fachhandel erhältlich sein. Werbepartner wird der frühere Formel-Eins-Pilot Nick Heidfeld.

Gladbach ist das Letzte. Zumindest fast. Sagt der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club (ADFC): In dessen aktueller Fahrradklima-Studie wird der Vitusstadt eine ausgeprägte Fahrrad-Feindlichkeit attestiert. Dass nun Fahrradzubehör ausgerechnet aus Gladbach einen Innovationspreis in den Niederlanden, dem Radler-Mekka schlechthin, gewinnt, klingt im Lichte dieser Tatsache komisch — ist aber so.

Die Jetten-Fischer-Petrovan GbR hat mit ihrem neuen Produkt den "Fiets Innovatie Award 2013" der niederländischen RAI gewonnen, einer Vereinigung von 700 Herstellern und Importeuren der Transportbranche. "Das macht uns froh und stolz. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir beim IHK-Innovationspreis vor einigen Jahren eben nicht gewannen", sagt Dana Fischer, kaufmännische Leiterin und Vertriebsleiterin der dreiköpfigen Firma.

Ihr Produkt namens "Gaadi Bicycle Tube" ist ein Fahrradschlauch mit zwei Enden, der einen unkomplizierten Schlauchwechsel ermöglicht, ohne dabei das Laufrad ausbauen zu müssen — denn er kann einfach in den Mantel eingelegt werden. Er besteht aus einer hochwertigen Kautschuk-Mischung, ist erhältlich für die Radgrößen 26 und 28 Zoll sowie mit unterschiedlichen Ventilen. Entwickelt haben ihn Gabriel Petrovan und Adi Jetten schon vor einigen Jahren in ihrer Garage, entwickelten ihn fortwährend weiter, auch in Kooperation mit dem Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen.

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Später stieß Fischer für den kaufmännischen Part hinzu. Das Erlangen des Europa-Patents und der Schutz der Marke "Gaadi" verschlangen Geld und Zeit, auch die Suche nach einem Produzenten gestaltete sich zunächst langwierig. Nun soll es der tschechische Reifen- und Schlauchhersteller Rubena richten.

"Die Serienreife erwarten wir für März oder April", sagt Fischer. "Dann wird Rubena den Schlauch über Großhändler an den Einzelhandel vertreiben." 11,95 Euro solle er im Laden kosten, schon jetzt zeichne sich eine sehr große Nachfrage ab. "Unser offener Schlauch ist sowohl für private Fahrradfahrer als auch für die gewerbliche Nutzung eine echte Alternative, auch für Elektro-Bike-Nutzer dürfte er sehr interessant und nützlich sein", sagt Produktentwickler Petrovan. Als Werbepartner konnte übrigens ein Mann gewonnen werden, der normalerweise auf deutlich dickeren Reifen unterwegs ist: Ex-Formel-Eins-Pilot Nick Heidfeld.

Ähnliche Erfindungen habe es früher bereits gegeben, auch bei großen Reifenherstellern, jedoch seien die Schlauchenden dabei stets überlappend und nicht fixierbar gewesen, sagt Fischer. Die Innovationsfreude der Gladbacher honorierten nun als erstes die niederländischen Nachbarn. Der Fachjury der RAI Vereniging kam es bei ihrer Auszeichnung auf die technischen Neuerungen an, die das Produkt bietet, aber auch auf Ausführung, Gestaltung, Materialwahl sowie Sicherheit. Verliehen wurde der Preis am Eröffnungstag der Fachmesse "FietsVAK" in Amsterdam. Zum Wettbewerb eingereicht wurde der Schlauch vom niederländischen Generalimporteur Verduin. Neben Gaadi zählten "Cleanbar", eine innovative Handbremse von Gazelle, sowie das "SL 18 Headlight" von Sparta zu den Preisträgern.

Weitere Informationen zu Firma und Produkt gibt es im Internet unter www.gaadi.de.

(RP/rl)
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