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Mönchengladbach: Ina ist die beste Vorleserin der Stadt

Mönchengladbach : Ina ist die beste Vorleserin der Stadt

Gegen 13 Uhr wurde es am Sonntag ganz still in der Mayerschen Buchhandlung an der Hindenburgstraße. Dort fand der Stadtentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs statt, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert wird. Alle 17 teilnehmenden Mädchen und Jungen besuchen sechste Klassen und haben noch eine Gemeinsamkeit: Sie sind Sieger des Vorlesewettbewerbs in ihren Schulen. Auf den Wettbewerb auf Stadtebene folgen Bezirks- und Landeswettbewerb.

"Gewinner seid ihr schon alle", sagte Doris Rademacher, Filialleiterin der Mayerschen. Die 13 Mädchen und vier Jungen lasen nacheinander je drei Minuten lang eine selbst ausgesuchte Passage aus ihrem mitgebrachten Buch vor. Währenddessen hörten nicht nur die Eltern und Freunde zu, sondern auch eine fünfköpfige Jury. In der zweiten Runde des Stadtentscheids bekamen die Kinder einen Text aus einem ihnen unbekannten Buch, "Sophie im Narrenreich", vorgelegt. "Ich habe das Buch selber gelesen und fand es toll", sagte Buchhändlerin Judith Münch, die es für den Wettbewerb ausgesucht hatte.

Danach stand die Siegerin des Stadtentscheids fest: Ina Hiebl. Die Elfjährige hatte in der ersten Runde eine Passage des Buches "Die Spur der Donnerhufe" vorgelesen. "Ich habe das Buch erst vor kurzem gelesen und fand es toll, weil es mal was anderes ist", sagte sie. Am liebsten lese sie Fantasy-Romane und Pferdegeschichten. "Dieses Buch verbindet beides", sagte Ina Hiebl.

Die Gymnasiastin liegt mit ihrer Vorliebe für Fantasy-Romane im Trend. "Die meisten Mädchen in dem Alter lesen gerne Fantasy-Romane oder lustige Geschichten", sagte Ursula Schmidt, Bibliothekarin und Jurymitglied beim Stadtentscheid. Dass beim Wettbewerb mehr Mädchen als Jungs teilnahmen, sei nicht Neues: "Das war schon immer so, dass Jungs in diesem Alter andere Interessen haben."

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Doch dass die Jugendlichen heutzutage wenig lesen würden, bestreiten die Jurymitglieder. "Es sind sogar mehr Kinder als früher, die heute lesen", sagte Verlagsvertreter Matthias von Baum. Und Mareike Eßer vom Kinderschutzbund äußerte die Vermutung, dass die Kinder die Bücher heute als Zufluchtsort benötigen: "Es ist keine fremdbestimmte Welt, und die Jugendlichen können sich der schnellen digitalen Welt für einen Moment entziehen."

(nije)