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Mönchengladbach: In The Year 2025

Mönchengladbach : In The Year 2025

Beim 13. Logistikforum wurden Chancen und Herausforderungen durch Digitalisierung thematisiert. Spezielles Augenmerk galt Zukunftstechnologien.

Manches mochte wie Zukunftsmusik anmuten - und hatte dabei doch nichts Utopisches an sich: Beim 13. Logistikforum wurden im Borussia-Park Technologien vorgestellt, die teilweise noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, aber auf dem besten Wege sind, in absehbarer Zeit die Arbeitswelt zu prägen. "Logistik der Zukunft - unsere Logistik 2025" war das Forum überschrieben. Organisiert hatten die Veranstaltung die Logistik-Initiative Mönchengladbach (LOG4MG) und die Bundesvereinigung Logistik (BVL). "Der Blick in die Zukunft erscheint uns als spannendes Thema, um verschiedene Ansatzpunkte und etwas zum Anfassen vorzustellen", betonte Horst Neller, Sprecher der Regionalgruppe Ruhr der BVL.

Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, moderierte die wissenschaftliche Seite an. Er unterschied Einflussfaktoren von heute nach ihrer Realisierbarkeit. Auf Dauer nicht umsetzbar erscheint ihm etwa E-Mobilität: Käme diese im Nahverkehr im großen Stil zum Einsatz, würde die elektrische Infrastruktur der Städte nicht ausreichen. Er betonte die zunehmende Bedeutung der Multi-Mobilität und der dafür notwendigen Vernetzung von Mobilitätsformen mit Hilfe der Digitalisierung. Thematisiert wurden auch digitale Supply Chains, also Lieferketten als ein Netzwerk von Organisatoren, die an der Wertschöpfung von Produkten und Dienstleistungen für den Endkunden beteiligt sind. Alexander von Saurma von HAVI Logistics referierte am Beispiel McDonald's über ein modernes Supply-Chain-Management als Steuerungs- und Planungsinstrument. Er berichtete vom bereits praktizierten Einsatz moderner Technologien, die noch wie Zukunftsmusik erscheinen.

Im Beitrag über "Die Notwendigkeit der digitalen Transformation" bezog Sabine Hansen den menschlichen Faktor ein. Die Referentin gab zu bedenken, dass viele Menschen keine Veränderungen mögen. Daher betonte sie, wie wichtig es ist, moderne Entwicklungen durch die Unternehmensführung positiv an die Mitarbeiter zu vermitteln; nur so seien die bereit, damit zu arbeiten.

Am Nachmittag stand die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Frederic Krehl, Dozent an der Hochschule Niederrhein und Projektmanager am Institut für Geschäftsprozessmanagement und IT, stellte "Wearables in der Logistik" vor, also kleine tragbare Computersysteme. Er erklärte, wie mit einem Scanner am Finger, einem kleinen Computer am Arm und ein Spracherkennungssystem über Headset Produkte kontrolliert und - in Kombination mit einem kleinen Drucker - sogar Etiketten ausgedruckt werden können. Wenn mit Hilfe des Sets nur ein Fehler vermieden wird, habe sich die Investition bereits gelohnt. Jan Sönnichsen von der Workaround GmbH hatte einen speziellen Handschuh dabei, in dem ein Scanner integriert ist. Der soll Mitte 2018 auf den Markt kommen. Weitere Themen waren der Einsatz von mobilen Robotern in Lagern und Autopiloten im Distributionslager.

(anw)