Mönchengladbach: In der Kirche und im Bunker gab es Schutz

Mönchengladbach: In der Kirche und im Bunker gab es Schutz

Der Autor besuchte in den 1930er Jahren den Kindergarten und erlebte Luftangriffe auf Gladbach.

Während des Zweiten Weltkriegs wohnte ich mit meiner Mutter an der Hindenburgstraße in Höhe des Reformhauses Haas. Ich bin Jahrgang 1939. An der Krefelder Straße, in Höhe des Real-Marktes, steht noch heute mein Geburtshaus. Besucht habe ich den Kindergarten des Albertus-Stifts während des Kriegs. Dieser wurde damals sehr liebevoll von Nonnen geführt, die sich sehr um uns Kinder kümmerten. Es gab auch einen Spielplatz. Dieser war zu jener Zeit in der Höhe der heutigen Stadtbibliothek gelegen.

Gerade in der Zeit der Luftangriffe auf Mönchengladbach brachten die Nonnen uns immer wieder beim Erklingen des Fliegeralarms schnell vom Kindergarten in die Kirche und dort in den Keller oder die Katakomben zum Schutz. Bei Luftangriffen flüchteten wir uns ansonsten in den Luftschutzbunker am Gladbacher Hauptbahnhof. Nach einem solchen stand dann auch das damalige Schuhhaus Vieten, das auf dem Gelände des heutigen Vituscenters stand, in Flammen.

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1945 wurden wir nach Paderborn-Sennelager evakuiert. Der Weg nach Mönchengladbach zurück war allerdings schwer, da wir als Evakuierte offiziell Wohnraum hatten und die Stadt Mönchengladbach zuerst versuchte, die in Mönchengladbach lebenden Flüchtlinge unterzubringen. Mehrere Anträge, in die Heimat zurück zu siedeln, wurden abgelehnt. Dies war für meine Mutter als Kriegswitwe und für mich als Halbwaisen sehr belastend. Wir hatten keine Heimat, keine Wohnung in Gladbach und keinen Ehemann beziehungsweise Vater mehr.

Einige Jahr gingen ins Land, sieben oder acht, und dann kam plötzlich von der Stadt Mönchengladbach ein Schreiben, dass wir uns zwecks Wohnungseinweisung einzufinden hätten. Endlich konnten wir nach all den Jahren in unsere Heimat zurück.

(RP)