Mönchengladbach: Immobilien sind in Gladbach Mangelware

Mönchengladbach: Immobilien sind in Gladbach Mangelware

Der Wohnraum in der Gladbacher Innenstadt wird immer knapper – durch die günstigen Zinsen investieren viele Sparer inzwischen lieber in Beton. Besonders gute und damit auch teure Eigentumswohnungen sind schwer zu bekommen.

Der Wohnraum in der Gladbacher Innenstadt wird immer knapper — durch die günstigen Zinsen investieren viele Sparer inzwischen lieber in Beton. Besonders gute und damit auch teure Eigentumswohnungen sind schwer zu bekommen.

Es ist wie die Suche nach der Stecknadel im berühmten Heuhaufen — eine große, gut geschnittene Wohnung in zentraler Lage mit hochwertiger Ausstattung soll es sein. "Interessante, gute Wohnungen sind momentan sehr knapp in Mönchengladbach", erklärt Steffen Linkens, Abteilungsleiter Finanzierung und Vermarktung bei der Volksbank Mönchengladbach, und ergänzt: "Es gibt eine sehr starke Nachfrage nach hochklassigen Eigentumswohnungen, die wir derzeit bei weitem nicht befriedigen können."

An der August-Pieper-Straße mitten im Zentrum entsteht gerade ein solcher Volltreffer. Das ehemalige Van-Laack-Gebäude wird dort zu hochklassigen Wohnungen im Loft-Stil umgebaut. 2010 wurde das Objekt von der W. Paschertz Grundstücks Gesellschaft gekauft. "Von den 39 Wohnungen sind nur zwei für die Eigennutzung. Alle anderen Wohnungen sind von Kapitalanlegern gekauft worden", erklärt Nadia Joppen, Sprecherin Gesellschaft.

Das Gründerzeitobjekt wird so umgebaut, dass es dennoch seinen ursprünglichen Industriecharme behält und sich gleichzeitig mit einem "Urban Living"-Konzept am Vorbild der New Yorker Stadtentwicklung orientiert. So werden im Van-Laack-Gebäude mehrere Wohnformen angeboten — vom klassischen Zuschnitt über traditionelle offene Loft-Grundrisse bis zu exklusiven Wohnlandschaften über zwei Etagen. Mit diesem Design und der Ausstattung bedient der Unternehmer genau die derzeitige Nachfrage auf dem Markt. Daher waren bereits weit vor der Fertigstellung des Gebäudes die Wohnungen alle verkauft.

"Der Denkmal-Status bedeutet für die Käufer erhebliche finanzielle Vorteile", erklärt Christian Paschertz. Denn Käufer können durch das denkmalgeschützte Objekt auch steuerliche Vorteile nutzen. So oder so ist der Immobilienkauf momentan die beste Geldanlage. Die Darlehenszinsen sind so niedrig, dass Sparer inzwischen lieber in Beton investieren.

"Gut nachgefragt wird der Neubau von Eigentumswohnungen in sehr guten Lagen mit gehobener Ausstattung. Energieeffizienz, Schwellenfreiheit und Aufzug sind hier schon Pflicht. Auch in diesem Segment gibt es nur wenig geeignete Grundstücke, was sich in steigenden Preisen widerspiegelt", erklärt Jochen Morjan, Leiter des Immobiliencenters der Stadtsparkasse Mönchengladbach. Nach wie vor sei vor allem die Lage das entscheidendste Kriterium beim Immobilienkauf.

"Zog man früher gerne auf das Land, ist heute ein umgekehrter Trend zu erkennen. Familien möchten lieber zentral und mit kurzen Wegen wohnen — nicht unmittelbar im Zentrum, aber auch nicht zu weit außerhalb, in Ortschaften mit einer guten Infrastruktur und Autobahnanbindung, am liebsten in einer gewachsenen, guten und ruhigen Wohngegend", beobachtet Morjan.

Immobilienmaklerin Helen Euger-Dittrich erklärt sich den Run auf Mönchengladbacher Wohnungen auch mit der schwierigen Immobiliensituation in Düsseldorf: "Die Lage von Mönchengladbach, so nah an Düsseldorf, wo der Wohnraum nicht mehr zu bezahlen ist, macht sich gerade sehr positiv bemerkbar auf dem Markt." Doch eine Entspannung der Lage können die Experten momentan nicht geben: "Auch weiterhin bleibt der Markt in Gladbach angespannt, Immobilien bleiben auch in Zukunft für Kapitalanleger sehr interessant", sagt Linkens von der Volksbank Mönchengladbach.

(RP/rl/anch)
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