Mönchengladbach: Immer mehr Widerstand gegen die L 19n

Mönchengladbach: Immer mehr Widerstand gegen die L 19n

Der Landesbetrieb Straßenbau feilt weiter an der L 19n, der geplanten Ortsumgehung für Giesenkirchen und Odenkirchen. Doch der Widerstand dagegen formiert sich in der Stadt immer mehr. Nicht nur viele Bürger bekämpfen die geplante Straße, auch in der Politik macht sich Skepsis breit.

Vor allem die so genannte Variante 4, die der Landesbetrieb favorisiert, deren Trasse zwischen Giesenkirchen und Schelsen führt und die rund 15 Millionen Euro kosten soll, stößt auf Kritik der CDU. "Der werden wir nicht zustimmen", sagte Joachim Roeske gestern in der Bezirksvertretung Süd (Rheydt und Odenkirchen).

Die CDU sieht sich unzureichend informiert und vermisst in einer von Oberbürgermeister Norbert Bude unterzeichneten Stellungnahme Aussagen, wie sich die vier diskutierten L-19-Trassen auf die Verkehrsabläufe im gesamten Stadtgebiet auswirken. "Da ist mehrfach von einer Umweltverträglichkeitsstudie und einem Verkehrsgutachten die Rede, die der Verwaltung seit Dezember 2009 vorliegen. Bekannt ist uns aber lediglich die Umweltstudie. Deshalb können wir die Aussagen, die sich auf das Verkehrsgutachten beziehen, nicht nachvollziehen oder überprüfen", sagte Roeske. Im Klartext: Die CDU will die Verkehrsstudie umgehend sehen.

Genau das ist aber schwierig. Denn der Landesbetrieb Straßenbau hat diese, so der städtische Verkehrsplaner Jörg Clages, zwar der Stadt zur Verfügung gestellt. Aber bisher kein "Grünes Licht" gegeben, sie auch den Fraktionen zu übermitteln. Fakt ist aber: Die Entlastungseffekte für Odenkirchen sind nach Meinung der Stadt eher zu ignorieren.

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Clages geht allerdings davon aus, dass Ruckes erheblich profitieren kann. Seine Zurückhaltung gegenüber allen vier Varianten macht sich daran fest, dass die Straße insgesamt nicht so stark frequentiert sein wird, wie sich dies die Planer in ihren kühnen Träumen vorgestellt haben.

Für Aufregung sorgte in der gestrigen Sitzung der Vorwurf der SPD in Richtung CDU, diese habe die umstrittene Variante 1 gewollt: Ihr Korridor führt entlang der Niers auf der ehemaligen Trasse der A 44. Verkehrsgutachter und Landschaftsexperten lehnen sie ab. Das wollte die CDU nicht auf sich sitzen lassen. Sie warf der SPD vor, die Unwahrheit zu sagen. KOMMENTAR

(RP)