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Mönchengladbach: Im Bus mit Messer gefuchtelt: 27-Jähriger vor Gericht

Mönchengladbach : Im Bus mit Messer gefuchtelt: 27-Jähriger vor Gericht

Kaum hatte die Staatsanwältin gestern die Anklage verlesen, als der Mönchengladbacher (32) bereits bedauerte: "Es tut mir leid, dass ich damals in dem Bus so entgleist bin". Tatsächlich muss sich der 32-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes und Sachbeschädigung vor der Ersten Jugendkammer des Landgerichts verantworten.

Laut Anklage soll er die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben, weil er an einer bipolaren Störung leidet. Gestern machte er einen ruhigen Eindruck. Dieses Rätsel löste er gestern selbst: "Ich hatte im Juni 2014 wegen der Nebenwirkungen meine Medikamente nicht genommen". Dann ergänzte er: "Ich kann mich bis heute nicht daran erinnern, was ich am 5. Juni 2014 im Bus gemacht habe".

Doch die Zeugen, die sich an dem Junimorgen gegen 7.30 Uhr in dem Bus der Linie 9 aufhielten, erinnerten sich vor Gericht recht genau an die Begegnung mit dem Randalierer. So beklagte sich ein 15-jähriger Schüler, dass ihm der Randalierer die Kappe vom Kopf gerissen habe. Außerdem habe der Mann eine Schülerin unflätig beschimpft und mit einem Messer gefuchtelt. Einen Fahrgast beleidigte der Randalierer als "Dreckskerl" und drohte, ihn umzubringen. Der Schüler beobachtete, dass der 32-Jährige schließlich die hintere Bustür einschlug und aus dem Bus sprang. Inzwischen hatte der Busfahrer bereits an der Theodor-Heuss-Straße gehalten und die Polizei informiert. Auf der Flucht wurde der Gladbacher dann festgenommen.

Zwei Schülerinnen hatten aus Angst den Bus bereits eine Haltestelle früher verlassen. Auf ihrem Fußweg zur Schule sahen sie dann, wie die Scherben aus der Bustür fielen und der Randalierer aus dem Bus sprang. Die Lebensgefährtin des Angeklagten berichtete in ihrer Zeugenaussage, dass es am Abend vor der Tat zu einem Streit mit dem Partner gekommen sei: "Angetrunken stand er vor meiner Haustür und warf mit einer Bierflasche nach mir." Inzwischen habe sich der Lebensgefährte geändert. Sie könne nichts Negatives mehr über ihn sagen. "Im August wollen wir eine gemeinsame Wohnung beziehen", erklärte die 27-Jährige. "Es ist mir peinlich, was ich da gemacht habe. Ich will wieder arbeiten und nehme keine Drogen mehr", beteuerte er. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)