Illegales Rennen in Mönchengladbach: Gericht lässt Mord-Anklage nicht zu

Illegales Rennen in Mönchengladbach: Gericht lässt Mordanklage nicht zu

Nach einem tödlichen Unfall bei einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach lehnt das Landgericht eine Anklage wegen Mordes gegen einen der mutmaßlichen Raser ab.

Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht für einen Tötungsvorsatz, teilte das Mönchengladbacher Landgericht am Donnerstag mit. Deshalb werde gegen den 29-Jährigen nur wegen fahrlässiger Tötung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs verhandelt.

Der 29-Jährige soll sich im Juni 2017 mit einem anderen Autofahrer ein Rennen geliefert haben. Dabei erfasste der Wagen des 29-Jährigen einen Fußgänger, der starb. Den Ermittlungen zufolge hat der junge Mann sich spontan auf das Rennen eingelassen, um zu beweisen, dass er der bessere Fahrer sei. Ein möglicher Unfall sei aber mit dem Ziel unvereinbar, aus dem Rennen als Sieger hervorzugehen, entschied das Gericht. Der Angeklagte habe ernsthaft auf einen guten Ausgang des Rennens vertraut. Die Staatsanwaltschaft kann gegen den Gerichtsbeschluss Rechtsmittel einlegen.

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Die Anklage gegen den zweiten Beschuldigten, einen 25-Jährigen, ließ das Gericht in vollem Umfang zu. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit Unfallflucht vor. Beiden Angeklagten drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Der neue Paragraf des Strafgesetzbuches, der für verbotene Autorennen mit tödlichem Ausgang bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe vorsieht, war erst nach dem Mönchengladbacher Unfall in Kraft getreten.

(sef/lnw)