1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: IHK: Geschäftsklima schlechter

Mönchengladbach : IHK: Geschäftsklima schlechter

Erstmals seit drei Jahren hat sich das Geschäftsklima der Unternehmen im Rheinland eingetrübt. Das besagt eine neue IHK-Studie. Die Unsicherheit wächst durch die Eurokrise. Eine Rezession sehen die Kammern aber nicht.

Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Rheinland sinkt gegenüber dem Frühjahrsgutachten um 15 Punkte auf jetzt 119 Punkte. Damit hat sich das Geschäftsklima der Unternehmen im Rheinland erstmals seit drei Jahren eingetrübt. "Die rheinischen Unternehmen werden vorsichtiger, erwarten aber keine Rezession", sagte der Hauptgeschäftsführer der Kölner Industrie- und Handelskammer, Herbert Ferger.

2500 Betriebe befragt

Die Erwartungen für die zukünftigen Geschäfte haben sich noch deutlicher verschlechtert. Sie sanken um 26 Punkte auf 106 Punkte. Nur noch jedes vierte Unternehmen im Rheinland erwartet eine steigende Nachfrage in den kommenden Monaten. Eine rückläufige Geschäftsentwicklung befürchten 19 Prozent der Unternehmen. Damit hat sich die Zahl der Pessimisten gegenüber der vorherigen IHK-Rheinland-Umfrage verdoppelt.

Das Konjunkturbarometer erfasst die Stimmung in den Firmen der IHK-Bezirke, die sich in der IHK-Initiative Rheinland zusammengeschlossen haben. Das sind neben Düsseldorf, Köln, Aachen und Bonn auch die IHK Mittlerer Niederrhein und erstmals die Kammer Wuppertal-Solingen-Remscheid. Befragt wurden dabei 2500 Betriebe mit zusammen rund 310 000 Beschäftigten.

  • Düsseldorf : Geschäftsklima bei NRW-Firmen leicht eingetrübt
  • Am Freitag vermeldet das Gesundheitsamt vier
    Corona-Zahlen für Mönchengladbach (18. Juni 2021) : Vier Neuinfektionen, Inzidenz bleibt stabil
  • Zeichnung der gesamten Anlage der Actien-Gesellschaft
    Gastbeitrag Geschichtswerkstatt : Die Ziertürme am Berufskolleg und ihre Historie

Vergleicht man die Kammerbezirke miteinander, dann ist das Geschäftsklima in Düsseldorf mit 126 Punkten derzeit das beste im Rheinland, dicht gefolgt vom bergischen Städtedreieck (124 Punkte). Im Bezirk Mittlerer Niederrhein, zu dem Gladbach gehört, liegt der Wert bei 120 Punkten, im Bezirk Köln, zu dem auch der Oberbergische Kreis und Leverkusen gehören, misst der Indikator 114 Punkte.

Die Unsicherheit wächst durch die Eurokrise. Über den Sommer sei die Hoffnung auf eine schnelle Lösung der Euro-Finanzkrise endgültig geschwunden, sagte Ferger. Jedes zweite befragte Unternehmen sehe bereits wieder in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für die Konjunkturentwicklung.

Trotz der abnehmenden Erwartungen an die Konjunktur messen die Kammern eine Zunahme des Fachkräftemangels. "Allein in den befragten Firmen sind 3500 Stellen unbesetzt", sagte der Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer IHK, Udo Siepmann. Hochgerechnet auf alle rheinischen Unternehmen seien das bis zu 30 000 Stellen.

Die Vertreter der sechs Handelskammern bekräftigten die Bedeutung der IHK-Initiative Rheinland. Eigene Strukturen sollen nicht geschaffen werden. Die Zusammenarbeit bestehe vor allem in gemeinsamen Veranstaltungen und Studien. So begrüßte der Kölner IHK-Chef, dass erstmals auch die bergische IHK beim Konjunkturbarometer beteiligt sei. Auf die Frage, welchen Raum die Initiative als ihre Region definiere, sagte Herbert Ferger: "Rheinland ist, wer Rheinland sein möchte."

(RP)