Mönchengladbach IG gegen Salafisten demonstriert weiter

Mönchengladbach · Die Anhänger des Vereins "Einladung zum Paradies" dürfen nicht mehr in der Privatwohnung an der Eickener Straße beten. Trotzdem demonstriert die Interessengemeinschaft gegen Salafisten weiterhin jeden Freitag.

Zwischen fünf und 15 Akteure sammeln sich dann zum Protest auf dem Eickener Marktplatz. "Wir wollen Flagge zeigen gegen die Salafisten", sagt die neue Sprecherin der Initiative Silke Spelters. Und: "Wir passen unseren Demonstrationsort und die Zeit den Freitagsgebeten der Salafisten an. Sollten wir herausfinden, dass sich die Anhänger des Vereins "Einladung zum Paradies" in einer anderen Wohnung in einem anderen Stadtteil treffen, dann werden wir dort protestieren."

Entsorgung von Altlasten im Auge

Aber die Interessengemeinschaft demonstriere nicht nur, sagt Silke Spelters. "Wir arbeiten auch sachbezogen." So versuchen die Mitglieder der Bürgerorganisation gerade herauszufinden, wie die genauen Besitzverhältnisse der Gebäude an der Eickener Straße aussehen, in denen der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein "Einladung zum Paradies" ein Islamzentrum einrichten will. Ebenfalls im Visier der Interessengemeinschaft: die Einhaltung der Umweltschutzvorschriften auf dem Gelände der alten Tankstelle.

Auch dieser Bereich gehört zu dem Grundstück, für das "Einladung zum Paradies" einen Kaufvertrag unterschrieben hat. Zu den drei Bauanträgen für dieses Gelände gehört auch der Abriss der Tankstelle. Der Abriss wurde von der Stadt genehmigt. Die Interessengemeinschaft, die sich jeden Mittwoch um 19.30 Uhr in der Gaststätte Milan trifft, will die ordnungsgemäße Entsorgung der Altlasten im Auge behalten.

Wie Silke Spelters versicherte, sei die Interessengemeinschaft nicht gegen den Islam als Religion, "aber wie hat Alice Schwarzer so treffend gesagt: Der Islam braucht einen Luther. Wir sagen auch: Der Islam braucht eine moderne Auslegung", sagt Silke Spelters.

Die Christin ist vielen bekannt, weil sie aus Protest gegen die Salafisten in der Fußgängerzone Kirchenlieder sang. Auch den Vorwurf, in der Interessengemeinschaft bewegten sich "Anhänger des rechten Rands", weist sie zurück: "Ich bin eindeutig gegen rechtsradikale Ansichten. Wir sind multikulturell, in unseren Freundeskreisen gibt es auch Moslems."

(RP)