Serie Denkanstoss: Ich wünsche mir auch einen Hinweis aufs Münster

Serie Denkanstoss : Ich wünsche mir auch einen Hinweis aufs Münster

Museum des Jahres und Münster des Jahrtausends: Dies muss in den Mittelpunkt gestellt werden, findet Pfarrer Damblon.

Um die Jahreswende las ich in der RP eine kleine Notiz. Unsere Museumsdirektorin bemüht sich um ein zusätzliches Hinweisschild zum Museum Abteiberg. Bisher sei solch ein Schild auf der A52 in Richtung Roermond immer abgelehnt worden. Unser Museum hat jeden Hinweis verdient. Es soll möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Deshalb unterstütze ich die Initiative von Frau Titz. Traurig stimmt mich nur, dass unser Münster erst gar nicht bis zu einem Antrag vorgelassen worden ist. Die Behörde lehnte aus unterschiedlichen Gründen ab.

Als ehemaliger "Münsteraner" bin ich parteiisch, wenn es um das Münster geht. Immer wieder wundere ich mich. Ich treffe auf Mitbürger, die noch nie das Münster (übrigens auch das Museum) von innen gesehen haben. Dabei erbaute den Chor der Kirche ein Stararchitekt, der an den Kathedralen Frankreichs gelernt hatte und mit dem Bau des Kölner Doms ausgelastet war. Das Alter und die Kunst des Bibelfensters sind einmalig im Rheinland. Da hält sogar der Kölner Dom nicht mit. Ein Meister der Moderne hat in der Krypta des Münsters seine angeblich schönsten Fenster geschaffen. Bedeutende Schätze aus der Gladbacher Geschichte sind ausgestellt. In sein Museum hat ein Stararchitekt unserer Tage ein extra großes Fenster eingebaut, um einen unverstellten Blick auf den Chor des Münsters zu ermöglichen. Von der Mönchskirche stammt auch der Name unserer Stadt: Mönchengladbach, und selbst das Museum bekommt Namensreste mit: Abteiberg. Ein Papst hat unser Münster mit dem Ehrentitel Basilika ausgezeichnet. Nur eine andere Kirche in unserem Bistum heißt so. Alle haben immer freien Eintritt. Eigentlich schade, dass sich keiner für eine Hinweistafel auf das Münster stark gemacht hat. Auf der A61 gäbe es genug Möglichkeiten. Ich wünsche unserer Museumsdirektorin viel Erfolg bei ihrem Vorstoß. Dadurch gewinnen alle Mönchengladbacher. Was mich freut, auf der Hinweistafel zum Museum ist das Münster der dezente Hintergrund. Mönchengladbach besitzt eben ein Museum des Jahres und ein Münster des Jahrtausends.

DR. ALBERT DAMBLON, SEELSORGER AN ST.BENEDIKT

(RP)
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