Landgericht Mönchengladbach: "Ich habe noch geschrien, als er das Messer nahm"

Landgericht Mönchengladbach: "Ich habe noch geschrien, als er das Messer nahm"

Im Prozess um versuchten Mord am Landgericht sagte die Mutter des Angeklagten aus.

Es war kein einfacher Verhandlungstag für alle Beteiligten am Landgericht. Die Mutter des Angeklagten, dem zweifacher versuchter Mord vorgeworfen wird, war als Zeugin geladen. Sie brauchte eine Weile, um sich zu sammeln. Einfühlsam belehrte Richter Lothar Beckers sie und wies auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht hin. Doch sie wollte aussagen. Mit Hilfe eines Dolmetschers erzählte sie, was sich am 19. Juni vergangenen Jahres zugetragen haben soll.

Ihr Sohn sei mit einem seiner Freunde in ihre Wohnung gekommen. Auf dem Balkon beobachtete sie ein Gespräch zwischen den beiden. Worum es dabei ging, könne sie nicht mehr sagen. In der Küche habe ihr Sohn dann ein Messer gegriffen, und der Freund sei vom Balkon gesprungen. "Ich habe noch geschrien, als er das Messer nahm," berichtete sie. Anschießend sei ihr Sohn mit einem Glas Wasser nach unten gegangen. Der Richter fragte die Mutter, ob sie mitbekommen habe, dass ihr Sohn Drogen konsumiert habe. Die Antwort: Sie und ihre Tochter hätten schon bemerkt, dass er sich verändert habe. "Wenn er bei mir übernachtet hat, hat er Selbstgespräche geführt. Er hatte Angst und Alpträume," berichtete die Mutter.

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Der Bruder des Freundes berichtet den Hergang am 19. Juni im Zeugenstand anders: Der Angeklagte habe seinen Bruder mit dem Messer bedroht. Wie es zum Sturz kam, wisse er nicht mehr. Zwei Wochen nach dem Vorfall, habe ihn der Angeklagte angerufen, um sich für den Vorfall zu entschuldigen. Warum der Angeklagte seinem Bruder gedroht habe, wisse er nicht, da habe er nur Gerüchte gehört. Wer ihm das erzählt habe, wisse er nicht mehr.

Den Notruf hatte eine Nachbarin abgesetzt. Sie habe einen Streit im Haus gehört, sagte sie im Gerichtssaal aus. Eine Stunde später hörte sie einen Knall, "als ob ein Gegenstand herunterfällt". Als sie nachschaute, habe sie einen Mann an der Mauer lehnen und einen zweiten mit einem Gegenstand in der Hand etwas entfernt vom Verletzten stehen sehen. Da habe sie die Polizei alarmiert. Der nächste Verhandlungstag ist am 8. Februar.

(eba)