Mönchengladbach: ICE: Gladbach nicht mehr auf Abstellgleis

Mönchengladbach : ICE: Gladbach nicht mehr auf Abstellgleis

Seit Jahren steht Mönchengladbach auf dem Abstellgleis und ist nicht am Fernverkehr angeschlossen. Doch jetzt scheint sich viel zu tun. Die Bahn plant, mehrere Verbindungen über Mönchengladbach zu führen:

Ein Intercity soll freitags von Aachen — über Mönchengladbach und Rheydt — nach Berlin fahren. Ein ICE fährt sonntags von Gladbach nach Berlin, dazu ist freitagnachmittags eine ICE-Verbindung von Berlin nach Gladbach möglich. Außerdem kommt sonntags ein Intercity von Berlin nach Gladbach und Rheydt. Dies alles ist zum Fahrplanwechsel im Dezember vorgesehen.

Und vielleicht ist bald auch eine Verbindung in die Niederlande möglich. Das Projekt "Rock" feilt an einem Konzept, das die Städte Düsseldorf. Rotterdam und Den Haag zum Ziel macht. "Rock" steht für "Connecting Knowledge by Rail" (Rock) und ist ein Verbund, den die Stadt mit zehn Partnern aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien gegründet hat. Mönchengladbach wird auf der Strecke von Düsseldorf in die Niederlande passiert. OB Norbert Bude setzt sich für diese Verbindung ein. Der Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Günter Krings begrüßt das Vorhaben der Deutschen Bahn, Mönchengladbach und und Rheydt wieder an das nationale und internationale Fernverkehrs-Schienennetz anzuschließen. "Offenbar haben die nachdrücklichen Bemühungen von mir und anderen Kollegen zu einem ersten Erfolg geführt", sagt er. Gladbach ist zurzeit die größte deutsche Stadt in Deutschland ohne Anbindung an den Fernverkehr der Bahn — darauf hatte Krings vor Wochen in einer Debatte im Deutschen Bundestag hingewiesen. "Ich habe immer wieder betont, dass ein entsprechendes Angebot für die notwendige Nachfrage sorgt", so Krings weiter.

Möglicherweise hat der Druck durch private Bahnanbieter eine Rolle gespielt. So hatte Krings mit der niederländischen Bahn über eine Fernverbindung nach Mönchengladbach gesprochen, "denn Konkurrenz belebt das Geschäft". Für Krings ist die neue Verbindung eine Aufwertung der beiden Hauptbahnhöfe in Gladbach und Rheydt. Wenn es nach dem Bundestagsabgeordneten geht, soll die neue Anbindung nur ein erster Schritt sein. "Ich würde mir noch weitere Direktverbindungen wünschen."

(RP)
Mehr von RP ONLINE