Hooligan-Randale in Köln: Ermittlungen gegen Dominik Roeseler aus Mönchengladbach

Schwere Randale in Köln : Gladbacher Ratsherr Roeseler im Visier der Polizei

Nach den Ausschreitungen bei der Hooligan-Demo in Köln nimmt die Polizei den Gladbacher Ratsherrn Dominik Roeseler wieder ins Visier. Er meldete die Kundgebung am Sonntag an und steht damit in der Haftung.

Wie Polizeisprecher Christoph Gilles in Köln sagte, sei Roeseler als Anmelder ebenso in der Haftung wie der Kundgebungsleiter.

Dominik Roeseler, der für Pro NRW seit Mai dieses Jahres im Gladbacher Stadtrat sitzt, gehörte eine zeitlang zu den führenden Köpfen der "HoGeSa". Die Abkürzung "HoGeSa" steht für "Hooligans gegen Salafisten". Als stellvertretender Regionalleiter West hätte Roeseler auch die Funktion eines Versammlungsleiters bei der Demonstration am Sonntag in Köln übernehmen sollen. Doch wenige Tage vor der Demonstration legte Roeseler sein Amt als Regionalleiter bei der HoGeSa nieder.

Grund für seinen Austritt war offenbar, dass Roeselers Tätigkeit bei der HoGeSa nicht mit seiner Mitgliedschaft bei Pro NRW vereinbar war. Die Partei Pro NRW distanzierte sich am 20. Oktober offiziell "von der Zusammenarbeit mit Hooligans und anderen gewaltbereiten oder extremistischen Gruppierungen." In einer Mitteilung hieß es, "Pro NRW unterstützt auch keine Kundgebungen solcher Gruppierungen. Der stellvertretende Pro-NRW-Vorsitzende Dominik Roeseler zieht sich aus der Leitung der sogenannten HoGeSa zurück."

Der Mönchengladbacher Ratsherr war in der Vergangenheit bereits bei verschiedenen Kundgebungen von "Hooligans gegen Salafisten" aufgetreten, unter anderem in Dortmund. Auf der Facebook-Seite der Vereinigung hieß es nach seinem Rücktritt als Regionalleiter West, dass es besser sei, "wenn die Führungskräfte der HoGeSa nicht gleichzeitig Parteifunktionär sind. Dominik Roeseler wird uns als Sympathisant selbstverständlich erhalten bleiben."

In die Schlagzeilen geraten war Dominik Roeseler zuletzt, weil er in Essen kurzzeitig festgesetzt wurde. Dort hatte er ebenfalls an einer Demonstration gegen Salafisten teilgenommen, zu der sich teils vermummte Männer und Frauen an mehreren Stellen getroffen hatten. Roeseler soll sich zuerst geweigert haben, seine Personalien gegenüber den Beamten anzugeben.

Rund 4500 Demonstranten hatten der Polizei am Sonntag in Köln eine Straßenschlacht geliefert. Sie warfen mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Flaschen. 44 Beamte wurden verletzt.

(met/ dpa)
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