1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Hockey-Hauptstadt Gladbach

Mönchengladbach : Hockey-Hauptstadt Gladbach

Fast 30 000 Zuschauer kamen zur Champions-Trophy-Woche. Damit rückte die Stadt wieder in den Mittelpunkt der Hockey-Welt – und dort wird sie vielleicht bleiben. Der Bundestrainer würde sein Team gerne öfter hier spielen und trainieren lassen. Nachbar Borussia könnte helfen.

Stephan Abel hatte vorgewarnt. "Das Wetter ist das Einzige, was wir nicht beeinflussen können", sagte der Präsident des Deutschen Hockey Bundes (DHB) bereits bei der Begrüßung der Mannschaften zur Champions Trophy. Und dann schüttete es ausgerechnet während des Finales teilweise wie aus Eimern. Das war aber auch das einzige kleine Ärgernis beim Turnier der sechs weltbesten Nationen im Gladbacher Hockeypark. "Wir können sehr zufrieden sein. Es war eine gelungene Generalprobe für die Europameisterschaften der Damen und Herren im nächsten Jahr", zog Abel ein positives Fazit. Neben dem reibungslosen Ablauf des Großereignisses war vor allem der Zuschauerzuspruch erfreulich. Fast 30 000 Zuschauer waren an den sechs Turniertagen zu Besuch, ohne Borussias Saisoneröffnung am ersten Wochenende wären es wohl noch einige mehr gewesen.

EM im August 2011 mit 16 Teams

Zur Europameisterschaft (Männer und Frauen zugleich) soll eine solche Parallel-Veranstaltung vermieden werden. "Doch selbst da haben wir gesehen, dass es in Sachen Logistik und Verkehr funktioniert. Schließlich wird im nächsten Jahr bei 16 EM-Mannschaften eine noch größere Herausforderung auf uns zukommen", sagte Oberbürgermeister Norbert Bude, der ebenfalls sehr zufrieden mit der Trophy war: "Wir haben uns wieder als guter Gastgeber präsentiert, die ausländischen Gäste waren begeistert von der schönen Atmosphäre."

Dabei kommt den Ausrichtern zugute, dass sie im Hockeypark bereits auf eine eingespielte Mannschaft von Verantwortungsträgern und Freiwillige bauen kann. "Theoretisch könnten wir auch kurzfristig die Frauen-WM übernehmen, die in drei Wochen in Argentinien beginnt", sagte Abel, der aber das WM-Stadion mit Hockey-Großereignissen gut ausgelastet sieht. Wenngleich die Spielstätte schon als Leistungszentrum noch mehr von der Deutschen Nationalmannschaft genutzt werden soll. "Es wäre toll, einen zentralen Punkt zu haben, an dem wir ganzjährig Lehrgänge abhalten und wichtige taktische Dinge einüben könnten", sagt Bundestrainer Markus Weise.

Dafür könnte sich Abel auch eine Überdachung des Übungsplatzes hinter der Haupttribüne vorstellen, noch wichtiger seien allerdings Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Stadionnähe. Insofern verfolgt der DHB mit Interesse die Pläne der Borussia, eventuell ein Hotel am Borussia-Park zu bauen.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, während die Vorbereitung auf die EM schon längst begonnen hat. "Wir haben mit der WM 2006 Standards gesetzt, nun erneut mit der Champions Trophy. Doch die EM wird ein Turnier, wie es noch keiner gesehen hat. Es wird ein Riesen-Hockeyfest", versprach Abel zuversichtlich. Schließlich kann er deren Organisation anders als das Wetter auch beeinflussen.

(RP)