Mönchengladbach: Hochschule: Wie man Frauen Autos verkauft

Mönchengladbach : Hochschule: Wie man Frauen Autos verkauft

Oliver Bürkel, Geschäftsführer von Waldhausen + Bürkel, kennt einen der Kardinalfehler von Autoverkäufern: "Wenn ein Paar kommt, spricht der Verkäufer, spätestens wenn es um die technischen Details geht, nur noch den Mann an." Was eine schlechte Voraussetzung für ein gelingendes Geschäft ist.

Denn zum einen wollen Frauen beim Familienauto natürlich mehr aussuchen als nur Farbe und Polsterbezug und haben ganz pragmatische Anforderungen an ein Auto. Die sind nicht selten am Ende für den Kauf entscheidend. Zum anderen gibt es Modelle, wo am Ende besonders viele Frauen hinterm Steuer sitzen. Mit dem A 1 hat auch Audi so ein Gefährt in der Produktpalette. Und Bürkel wollte wissen: Wie schaffe ich es, Frauen auf dieses Auto aufmerksam zu machen?

40 Studenten beteiligt

Dazu holte er sich Rat an der Hochschule Niederrhein. 40 Studenten von Prof. Doris Kortus-Schultes sahen sich nicht nur im Autohaus an der Hohenzollernstraße um, sondern entwickelten, zum Teil in Bachelor-Arbeiten, Ideen für die Ansprache. Die Studenten schlugen zum Beispiel vor, zusätzlich zur klassischen Werbung, ein Auto an einen zentralen Platz in der Stadt zu stellen und Rosen an Frauen zu verteilen. Auch die Frauen-Fußballweltmeisterschaft als ein herausragendes Ereignis soll gezielt für Marketingmaßnahmen genutzt werden.

Für Bürkel soll die Zusammenarbeit kein einmaliges Ereignis bleiben, sondern zur festen Einrichtung werden. "Wenn man schon eine Hochschule in der Stadt hat, muss man deren Kompetenz auch nutzen", sagt der Geschäftsführer. Nicht zuletzt, um rechtzeitig Fachpersonal zu finden. "Die Studenten, die bei uns waren, haben gestaunt, wie komplex unser Geschäft ist und was für Personal wir suchen", berichtet er. Das gilt auch für die Auszubildenden. 26 — und damit mehr, als anschließend übernommen werden — bildet Waldhausen + Bürkel aus. Die Ansprüche an den Nachwuchs im technischen Bereich sind kontinuierlich gestiegen. Aus dem Schrauber von einst ist heute ein Mechaniker geworden, der mit Maus und Computer genau so behände umgehen können muss wie mit dem Hammer. "Wir können Gymnasiasten gut gebrauchen", sagt Bürkel und will darum künftig auf Berufsbörsen gezielt künftige Abiturienten ansprechen.

Stabwechsel steht bevor

Oliver Bürkel führt im Moment gemeinsam mit seinem Vater Dirk die Geschäfte. Wenn dieser im September ausscheidet und sich auf die Rolle als Gesellschafter beschränkt, hat endgültig die dritte Generation in dem Traditionsautohaus das Steuer übernommen.

(RP)