Mönchengladbach: Hochschule: Ministerium fördert zwei herausragende Textil-Projekte

Mönchengladbach : Hochschule: Ministerium fördert zwei herausragende Textil-Projekte

Für Forschungsaktivitäten in technische Textilien werden mit 580 000 Euro gefördert. Hochschule will Autoreifen verbessern und das "Rad neu erfinden".

Das Forschungsinstitut für Textil- und Bekleidung (FTB) der Hochschule Niederrhein hat gestern vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Finanzierungszusage für die Textil-Forschungsprojekte "NanoGetter" und "PlasRec" mit einem Fördervolumen von über 580 000 Euro erhalten. "Wir haben die Entwicklung von technischen Textilien an diesem Standort immer als Juwel betrachtet – jetzt zahlt es sich aus", sagte Hochschulpräsident Prof. Hans-Hennig von Grünberg.

Was die Fördersumme mit dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" zutun hatte, musste der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide dann aber doch erklären: "Auch heute sind es die unsichtbaren Textilien, die Aufmerksamkeit erzeugen und eine große Bedeutung haben – und bei technischen Textilien leistet die HS Niederrhein prächtige Arbeit."

Im Projekt "NanoGetter" will das Team um Leiterin Prof. Maike Rabe und Eberhard Janssen gemeinsam mit der TU Dresden textile Filter entwickeln, die beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe im Spurenbereich bei der Trinkwasseraufbereitung nachhaltig entfernen können. Entfernen statt aufhalten – das soll die Leistung des Filters sein, der Schadstoffe in Luft und Wasser nicht nur auffangen, sondern auch direkt zerstören soll.

Das Projekt "PlasRec" soll die Stabilität von Autoreifen verbessern – und umweltfreundlicher sein. "Wenn alles klappt, wird hier das Rad neu erfunden", sagte Rachel. Das FTB will gemeinsam mit dem Reifenkonzern Continental einen Ersatz suchen für einen recht umweltunfreundlichen Haftmechanismus. Das neue System soll zu einer deutlichen Reduktion von Schadstoffen führen – und die Autoreifen dauerhafter in Form halten.

Eine Innovation, die dem Mönchengladbacher Bundesabgeordneten Günter Krings (CDU) gefiel: "Mir ist kürzlich auf einem Bordstein in England ein Reifen geplatzt; damit mir das nicht wieder passiert, müssten die Briten entweder den Rechtsverkehr einführen – oder die Hochschule Erfolg mit diesem Projekt haben – ich denke, Letzteres ist realistischer."

(RP)
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