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Mönchengladbach: Hochschule: Fussball-Boss kritisiert Retortenclubs

Mönchengladbach : Hochschule: Fussball-Boss kritisiert Retortenclubs

Axel Hellmann verurteilte im Finanzforum die Geschäftsmodelle von RB Leipzig und der TSG Hoffenheim.

Fußball hat für Axel Hellmann etwas mit Tradition zu tun. Zwar ist er im Vorstand von Eintracht Frankfurt für die Finanzen des Vereins verantwortlich, doch die Entscheidung über den Erfolg eines Fußballclubs falle auf dem Platz. Im Forum Banking & Finance der Hochschule Niederrhein verurteilte er daher nun die Finanzmodelle der TSG Hoffenheim und des Fußballneulings RB Leipzig. Der Club aus dem Kraichgau sei ohne das Mäzenatentum von Dietmar Hopp nicht erfolgsfähig. Dennoch habe er Verständnis für ihn: "Ihm geht es um die Region, die er stärken möchte", sagt Hellmann. Kritisch betrachten müsse man auch den VFL Wolfsburg, der von VW unterstützt wird. Empört ist er hingegen über RB Leipzig.

"Das ist eine absolut künstliche Konstruktion", schimpfte Axel Hellmann. Der Verein, der 2009 vom Getränkehersteller Red Bull gegründet wurde, sei für ihn kein richtiger Fußballclub. "Der Sport wird dort zu Marketingzwecken missbraucht", sagt Hellmann. Dem Sponsor gehe es nicht um Fußball, sondern darum, die Marke bekanntzumachen. Das zeige sich schon am Namen. So assoziiere man mit RB die Marke Red Bull. Weil in den DFB-Statuten eine Namensgebung zu Werbezwecken jedoch verboten ist, steht die Abkürzung offiziell für Rasenballsport. Dass der Verein kaum Wert auf Fans lege, gehe daraus hervor, dass es nur sieben Mitglieder gebe. Der Jahresbeitrag für Mitglieder beträgt zudem 800 Euro.

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Langfristig werde man sich etwas einfallen lassen, um gegen den Verein vorzugehen. "Sie werden, wenn alles normal läuft, in drei Jahren in der Bundesliga spielen", meint Hellmann. Daher gebe es unter den 36 Profivereinen bereits Ideen, den Aufstieg der Leipziger zu verhindern. "Welche Ideen das konkret sind, werde ich noch nicht verraten", erklärte er im Audimax der Hochschule Niederrhein.

Verärgert ist er auch über Borussia Dortmund. "Die Aktie des BVB ist die größte Verblendung von Aktionären seit der T-Aktie", erklärte er. Grundsätzlich sei er gegen Fußballvereine an der Börse. "Im Fußball gibt es keine Sicherheiten. Dafür ist das Geschäft zu unsicher", erklärt Hellmann. Als er von den Studenten auf Pyrotechnik angesprochen wurde, reagierte er mit Verständnis. "Pyrotechnik ist kein Verbrechen", sagt Axel Hellmann. Daher sprach er sich gegen die daraus resultierenden Stadionverbote aus.

(cli)