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Mönchengladbach: Hoax: Polizei entlarvt Peilsender-Legende

Mönchengladbach : Hoax: Polizei entlarvt Peilsender-Legende

Eine massenhaft verbreitete Rundmail bereitet der Polizei zurzeit viel Arbeit: Angeblich sollen Einbrecher-Banden verhängnisvolle Souvenirs, wie Einkaufschips verteilen. Viele sind gewarnt. Allerdings: Nichts stimmt.

"Achtung! Achtung! Warnung an alle. Nehmen Sie keine kostenlosen Schlüsselanhänger an Tankstellen an." So oder so ähnlich beginnt die Nachricht, die derzeit massenhaft über das Internet verbreitet wird. Gewarnt wird vor rumänischen Einbrecherbanden, die angeblich Schlüsselanhänger mit einem Peilsender verteilen. Durch das Ortungsgerät seien sie in der Lage zu erkennen, wo man wohnt und ob man zu Hause ist. Die Abwesenheit werde dann genutzt, um ungestört einbrechen zu können.

Die Geschichte hört sich ungeheuerlich an, wird aber von vielen ernst genommen. Bei der Polizei gingen schon zahlreiche Anrufe von besorgten Bürgern ein. Die gibt Entwarnung: "Die Geschichte stimmt nicht", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Und: "Es gibt keinen einzigen bekannten Fall."

Legende begann schon 2008

Auch die Technische Universität (TU) Berlin hat die Peilsender-Geschichte als "Hoax" entlarvt. "Hoax" heißt auf Deutsch übersetzt Schwindel. Laut TU kursiert das Schlüsselanhänger-Gerücht bereits seit 2008. Hintergrund der Legende soll Folgender sein: Die Tankstellenkette Caltex (eine Marke des US-Mineralölkonzerns Chevron) soll im Jahr 2008 in Südafrika Schlüsselanhänger an ihren Tankstellen verteilt haben, um Werbung für ihren Premium-Dieselkraftstoff zu machen.

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Schon bald seien die ersten Gerüchte aufgetaucht, welche geheimnisvollen Funktionen darin stecken mögen. Daraus seien die 2010 in den USA aufgetauchten Gerüchte entstanden, die es nun auch nach Deutschland und Österreich geschafft haben.

Skurrile Geschichten um 9/11

Bei der Polizei kennt man solche Hoax-Geschichten. Nach dem Anschlag auf die Twin-Towers in den USA tauchte die Legende vom Araber auf, der am Bahnhof einen Rucksack stehen ließ. Ein hilfsbereiter Mensch brachte das vergessene Gepäckstück seinem Besitzer zurück. Der Araber bedankte sich und wollte dem Überbringer einen Finderlohn geben, weil sich in dem Rucksack eine größere Geldsumme befand. Als der Finder das Angebot ablehnte, raunte der Araber dankbar ihm zu: "Halten Sie sich in den nächsten sechs Wochen nicht in diesem Gebäude auf."

"Auch da war nichts Wahres dran", sagt Theveßen. Bei allen Geschichten, die mit "Die Freundin einer Bekannten hat Folgendes erlebt..." beginnen, sollte man vorsichtig sein. Wenn es keine eindeutige Quelle gebe, handele es sich oft um eine Legende, so der Polizeisprecher. Solche Geschichten, theoretisch im Bereich des Möglichen, aber dennoch erfunden, dienten dazu, Angst zu schüren.

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(RP/rl/top/csr/nbe)