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Mönchengladbach: Hindenburgstraße fällt zurück

Mönchengladbach : Hindenburgstraße fällt zurück

Die Passantenfrequenz ist gegenüber den Vorjahren deutlich gesunken. Unter den 170 größten deutschen Einkaufsmeilen belegt die Straße Rang 83. Sicher ist aber: Nach dem Arcaden-Bau wird es wieder aufwärtsgehen.

Schon bevor die Innenstadt mit dem Abriss von Lichthof, Iduna-Haus, Theatergalerie und Altem Stadttheater zu einer Riesen-Baustelle wird, ist die Passantenfrequenz auf der Hindenburgstraße deutlich gesunken. Dies geht aus einer Erhebung des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle hervor. 3480 Fußgänger wurden am Samstag, 21. April, zwischen 13 und 14 Uhr auf der Einkaufsstraße gezählt. Im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2012 waren stündlich 5017 Menschen auf der Hindenburgstraße unterwegs gewesen. Der 21. April war ein durchschnittlicher Samstag — in der Stadt gab es keine Großereignisse, Borussia verlor am Abend mit 0:2 in Dortmund.

Immerhin: Die Straße belegt unter 170 untersuchten Einkaufsstraßen in ganz Deutschland noch Rang 83. Allerdings erreichten alleine in Nordrhein-Westfalen 13 Einkaufsstraßen Frequenzen oberhalb von 5000 Passanten pro Stunde. Deutlich besser als die Hindenburgstraße schnitten beispielsweise die Aachener Adalbertstraße (5155, Rang 44), die Krefelder Hochstraße (4335, Rang 61) und die Wuppertaler Poststraße ab (3930, Rang 71). Auf allen 170 Einkaufsstraßen wurde zeitgleich gezählt. Die jährlich durchgeführte Erhebung ist laut Jones Lang LaSalle die umfangreichste ihrer Art. Mit bundesweit knapp 700 000 gezählten Passanten bleiben die Zahlen hinter dem Vorjahr (740 000) und dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre zurück. Damit lag die Hindenburgstraße zumindest im Bundestrend.

Die meistfrequentierte Einkaufsmeile ist mit 13 120 Passanten die Frankfurter Zeil. Es folgen die Kölner Schildergasse (12 930) und die Kaufinger Straße in München (11 820). "Die Passantenfrequenzen sind ein wichtiger Indikator für die Umsatzchancen", sagt Doris von Muschwitz, Senior Executive Retail Leasing Deutschland bei Jones Lang LaSalle. "Gerade für internationale Handelsunternehmen, die nach wie vor verstärkt nach Deutschland expandieren, sind Frequenzen ein wichtiges Kriterium für den bundesweiten Standortvergleich." In den 25 Städten mit den höchsten Ladenmieten wurde ergänzend unter der Woche gezählt. Die Erhebung am frühen Donnerstagabend (17 bis 18 Uhr) zeigte, dass die Besucherzahlen am Samstag durchschnittlich mehr als 80 Prozent über den Spitzenwerten unter der Woche liegen.

Was anhaltende Bautätigkeit bewirken kann, zeigt die vom U-Bahn-Bau gezeichnete Düsseldorfer Schadowstraße. Dort waren am 21. April rund 2000 Menschen weniger unterwegs als im Zehn-Jahres-Durchschnitt. Allerdings gilt für die Schadowstraße dasselbe wie für die Hindenburgstraße: Sind die Großbaustellen erst einmal verschwunden und die Straßen attraktiver als vorher, steigen auch die Passantenfrequenzen wieder.

(RP/ac)