Mönchengladbach: Hindenburgstraße: EWMG kauft Häuser

Mönchengladbach : Hindenburgstraße: EWMG kauft Häuser

Die Stadttochter hat zwei Gebäude an der oberen Hindenburgstraße gekauft, die als Schlüsselimmobilien gelten. Denn jetzt gehört der EWMG eine Häuserzeile. Geplant ist, sie abzureißen und eine Verbindung zum Museum herzustellen.

Es war ein Auf und Ab. Mal waren die Kontakte eng und die Verhandlungen weit gediehen. Dann wieder riss die Verbindung zu den Eigentümern zwischendurch auch wieder ab. Gestern meldete die städtische Entwicklungsgesellschaft (EWMG) Vollzug: Zwei weitere Schlüsselimmobilien an der oberen Hindenburgstraße sind im städtischen Besitz. Die notariellen Kaufverträge für die Häuser Nummer 8 und 12 sind unterzeichnet.

Planer und Politiker sind einem wichtigen innerstädtischen Projekt ein Stück näher gekommen: dem so genannten Durchstich zum Museum Abteiberg. Denn mit den bereits vor längerer Zeit angekauften Gebäuden 20/22 (das ehemalige Hotel Oberstadt) und 10 (ehemalige Spielhalle) gehören der EWMG jetzt vier zentrale Immobilien. Damit hat die Stadt eine realistische Chance, auch den rückwärtigen Teil der Hindenburgstraße in Richtung Museum zu entwickeln.

Nicht schön: So sieht es hinter den vier Häusern aus, die der EWMG an der oberen Hindenburgstraße gehören. Der Bereich wirkt ungeordnet. Foto: Dieter Weber

Wie das aussehen kann, darüber haben sich bereits 13 Architekten im vergangenen Jahr in einem eintägigen Workshop Gedanken gemacht. Sie fungierten als Stadtplaner und entwickelten Lösungsmodelle, wie die Verbindung zwischen der oberen Hindenburgstraße und dem Museum aussehen könnte. Damals gehörten der EWMG allerdings erst zwei Häuser, die zudem nicht aneinander grenzten. Schnell stellte sich heraus: Damit keine Häuserschluchten entstehen, benötigt die Stadt ein größeres Ensemble. Diese Voraussetzung ist jetzt gegeben.

Fakt war für die Experten auch: Wenn es für die obere Hindenburgstraße, an der mehrere Geschäftslokale leer stehen, eine Perspektive geben soll, müssen die vier Häuser abgerissen werden. Wer sich die Gebäuderückseiten anschaut, erkennt die ungeordnete Situation in diesem Bereich. Die Skizzen und Beschreibungen, die von den in drei Teams planenden 13 Architekten vorgelegt wurden, hatten eines gemein: Der Gebäudekomplex muss aufgelockert werden, Gassen und begrünte Höfe sollten entstehen. Als Vorbild - wenn auch mehrere Nummern kleiner - dienten ihnen die Hackeschen Höfe in Berlin.

Die Workshop-Ergebnisse machten Mut. Denn sie zeigten Möglichkeiten auf, der Oberstadt einen anderen Charakter zu geben. Die drei Modelle ersetzen allerdings keinen städtebaulichen Wettbewerb. Und es muss auch ein neuer Bebauungsplan für diesen Teil der Hindenburgstraße entwickelt werden. Fachleute gehen davon aus, dass es rund zwei Jahre dauern wird, bis der Abriss der Gebäude beginnen kann.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass bis dahin noch weitere benachbarte Häuser der EWMG gehören. "Wir sind in Gesprächen mit den Eigentümern", sagt deren Geschäftsführer Ulrich Schückhaus. Er ist zuversichtlich, dass es weitere gute Ergebnisse gibt: "Die Eigentümer sind an guten Lösungen interessiert."

(RP)