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Mönchengladbach: Heute Diskussion über "belastete" Straßennamen

Mönchengladbach : Heute Diskussion über "belastete" Straßennamen

In Mönchengladbach gibt es eine Lettow-Vorbeck-Straße, eine Hindenburgstraße, eine Bismarckstraße. Zumindest die Namensgeber der beiden erstgenannten Straßenzüge gelten als "belastet". G

estern feierte die Heinrich-Lersch-Hauptschule 25-jähriges Bestehen. Ihren Namen hat sie vom Gladbacher Dichter Heinrich Lersch, der vor 125 Jahren geboren wurde. Auch über Lersch wird kontrovers diskutiert, der lungenkranke Schriftsteller hatte im Ersten Weltkrieg patriotische Gedichte geschrieben, weswegen die Nazis ihn nur zu gern als Gewährsmann ihrer verblendeten Ideologie in Anspruch nahmen. Lersch trat in die NSDAP ein. Den Ausbruch des von Hitler angezettelten Weltkriegs erlebte der 1936 verstorbene Lersch nicht mehr. Seinem Andenken ist die gestern eröffnete Ausstellung "Schreiben Freunde Familie" im Museum Schloss Rheydt gewidmet. Heute gibt es dort ab 14 Uhr ein Symposium zum 125. Geburtstag des Arbeiterdichters.

Das Programm eröffnen zwei Vorträge. Zunächst spricht Kulturdezernent Dr. Gert Fischer über den Dichter, Titel: "Jahrgang 1889"; im Anschluss folgt das Referat "Heinrich Lersch: Leben und Werk" von Dr. Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs Krefeld. Um 16 Uhr beginnt eine Diskussionsrunde, die sich mit der Frage befasst, ob historisch belastete Straßen und Gebäude umbenannt werden sollten. Daran nehmen neben Dr. Fischer der Vorsitzende des Kulturausschusses, Reinhold Schiffers, RP-Redaktionsleiter Ralf Jüngermann und Hans Schürings (Grüne) teil. Eintritt frei!

(ri)