Mönchengladbach: Herzpark für den Hardter Wald

Mönchengladbach: Herzpark für den Hardter Wald

Der Verkauf der Hardterwald-Klinik an die Eifelhöhen-Klinik AG ist perfekt. Diese errichtet dort für 25 Millionen Euro ein Rehazentrum für Herzpatienten. Nebeneffekt: Eine regelrechte Kur-Industrie dürfte sich im Umfeld entwickeln.

Herzpatienten, die wieder auf die Beine kommen wollen, müssen für eine Reha-Behandlung derzeit noch weit reisen. Mindestens bis Düsseldorf, eventuell aber auch bis ins Ruhrgebiet oder gleich bis nach Bad Oeynhausen. Das ändert sich in Kürze: Im Hardter Wald entsteht ein modernes kardiologisches Rehabilitationszentrum, das Patienten aus einem Umkreis von 200 Kilometern bedienen soll.

Ein Plan, über den jahrelang verhandelt wurde und der seit dieser Woche in trockenen Tüchern ist: Am Dienstag wurde der Verkauf der städtischen Hardterwald-Klinik an die Eifelhöhen-Klinik AG besiegelt. 2,3 Millionen Euro fließen, 25 weitere Millionen will das Bonner Unternehmen für Sanierung, Um- und Neubauten im Hardter Wald aufbringen.

Nach Louise Gueury benannt

"Das ist in mehrerer Hinsicht ein Meilenstein", sagte Oberbürgermeister Norbert Bude gestern bei der Vorstellung der Pläne. Denn: Die Städtischen Kliniken trennen sich von einem seit Jahren unwirtschaftlichen Standort — die Geriatrie wechselt mit allen Mitarbeitern von Hardt in einen Neubau am Elisabeth-Krankenhaus. Dem Namen der Stifterin Louise Gueury wird Genüge getan — die neue Klinik soll nach ihr benannt werden. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Klinik, für Bude ein "städtebauliches Juwel", bleibt bestehen, und das in Form einer attraktiven, sogar medizinischen Nachfolgelösung.

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"Das Gesundheitswesen in Gladbach wird dadurch sinnvoll ergänzt", sagte Bernd Meisterlings-Riecks, Aufsichtsratsvorsitzender der Städtischen Kliniken. 250 Arbeitsplätze (davon 180 in Vollzeit) entstehen bis 2014, beleben Hardt. Und: Der "Herzpark", wie der Komplex heißen wird, soll Gladbach in die erste Liga der Reha-Standorte befördern. "Reha-Kliniken sind Wirtschaftsfaktoren", so Markus-Michael Küthmann, Vorstand der Eifelhöhen-Klinik. "Um sie herum entwickelt sich üblicherweise eine Vermietungs- und Ferienhausstruktur für die Angehörigen."

Mit einem "lachenden und einem weinenden Auge" ziehe man sich Ende Juni 2012 aus Hardt zurück, so Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken. "Aber wir gehen davon aus, die Wirtschaftlichkeit der Geriatrie am neuen Standort um einen siebenstelligen Betrag im Jahr verbessern zu können." Für Hardt habe man sich entschieden, weil sich Reha-Zentren mit Blick auf die Demografie künftig von der "grünen Wiese" weg an den Rand von Ballungszentren bewegten, sagte Küthmann.

Auch bis zu 50 Plätze für ambulante und präventive Reha-Maßnahmen soll es im "Herzpark" geben, zusätzlich zu den 200 Betten für die stationäre Behandlung. In einer ersten Stufe — die höchste Priorität liegt auf der Sanierung des Altbaus — soll Platz für rund 120 Betten entstehen, schon Anfang 2013 soll der stationäre Betrieb starten.

(RP/rl)
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