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Prozess in Mönchengladbach: Heroinsüchtiges Paar gesteht Betrug

Prozess in Mönchengladbach : Heroinsüchtiges Paar gesteht Betrug

Schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung wirft der Staatsanwalt dem 24-jährigen Gladbacher im Prozess vor der Zweiten Strafkammer vor. Dessen 23 Jahre alte Freundin soll sich am Computerbetrug beteiligt haben. Erst als der Angeklagte aus dem Gerichtssaal gewiesen wurde, war die 23-Jährige zu einer geständigen Aussage bereit. Sie beschuldigte den Mitangeklagten, sie heroinsüchtig gemacht zu haben.

"Ich sollte anschaffen, was ich auch tat", so die Gladbacherin. Das Geld bekam der Freund, der davon für sie beide das Heroin erwarb. Am 27. Juni wartete ein Stammkunde im Schlafzimmer der Angeklagten. Aber deren Freund war ebenfalls in der Wohnung. Er nutzte die Gelegenheit, besprühte den Kunden mit Pfefferspray, ritzte ihn mit einem Messer und nahm dessen Geldbörse. Dann erpresste er die PIN-Nummer von dessen EC-Karte. Die Mitangeklagte musste zur Bank gehen und hob dort 300 Euro ab. Der mehr oder minder geständige Angeklagte konnte sich nicht mehr an alles genau erinnern: "Ich hatte wie immer sehr viel Schnaps getrunken".

Die Mitangeklagte beschrieb die Szene in ihrer Wohnung: "Ich habe vor Angst gezittert." Vom Pfefferspray habe sie nichts mitbekommen. Sie bestätigte erneut, dass der Mitangeklagte das Beutegeld wie immer für sie beide für Heroin ausgegeben habe.

Von einem anderen Vorfall habe sie nichts mitbekommen, so die 23-Jährige. An diesen 24. Juni hatte auch der Angeklagte vor allem wegen des Alkohols nur noch eine bruchstückhafte Erinnerung. Am Nachmittag des Junitages soll er seine 83-jährige Großmutter aufgesucht und um Geld für das dringend benötigte Heroin gebeten haben. Die 83-Jährige gab ihm 50 Euro. Als der Enkel mehr wollte, lehnte die Großmutter ab. Er soll sie mit einem Küchenmesser bedroht haben. Ihr gelang die Flucht zu einem Nachbarn. Es könne so gewesen sein, wie es in der Anklage stehe, gab der 23-Jährige am Ende zu.

(RP)