Mönchengladbach: Heroinschmuggler muss in Haft

Mönchengladbach: Heroinschmuggler muss in Haft

Die Polizei griff zu, als der niederländische Drogenschmuggler am 25. Oktober am Bahnhof Hückelhoven-Baal auftauchte. Der 21-jährige Arbeitslose gab bald zu, zwei Kurieren ein Päckchen mit 300 Gramm Heroin und zwei Gramm Kokain übergeben zu haben.

Wegen illegaler Einfuhr von Rauschgift und Beihilfe zum Drogenhandel musste deshalb der Niederländer gestern auf der Anklagebank vor der Ersten Strafkammer Platz nehmen.

Mit Hilfe einer Dolmetscherin wiederholte der 21-Jährige gestern das frühere Geständnis. Allerdings habe er das Rauschgift im Auftrag eines Marokkaners aus Heerlen in die Bundeserpublik gebracht. Mit der Kurierfahrt habe er Schulden in Höhe von 1200 Euro bei "Ali" tilgen wollen. Inzwischen soll es in den benachbarten Niederlanden tatsächlich Hinweise auf einen Marokkaner geben, der mit dem unbekannten "Ali" identisch sein könnte.

Übergabe beobachtet

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Tatsächlich war es kein Zufall, dass der Angeklagte im Oktober 2009 in Hückelhoven-Baal mit der kostbaren Fracht geschnappt wurde. Durch Telefonüberwachungsmaßnahmen war in einem Düsseldorfer Ermittlungsverfahren bekannt geworden, dass am Bahnhof Hückelhoven-Baal eine größere Menge Rauschgift übergeben werden sollte. Deshalb wurde das Fahrzeug des Angeklagten damals bereits von Drogenfahndern erwartet und anschließend die Übergabe beobachtet. Bald war klar, dass es sich bei den 300 Gramm Heroin um einen besonders hochwertigen Stoff handelte. Außerdem beschlagnahmten die Beamten im Fahrzeug des Angeklagten ein Dealgeld von 5865 Euro.

Im Ermittlungsverfahren soll es Hinweise gegeben haben, dass der Niederländer nicht zum ersten Mal in ein Rauschgiftgeschäft verwickelt war. Allerdings gab es dazu im Prozess vor dem Mönchengladbacher Landgericht keine Beweise. Am Ende verurteilte die Erste Strafkammer den Angeklagten wegen Heroinschmuggels und Beihilfe zum verbotenen Drogendeal zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Außerdem erklärte das Gericht den Verfall des Dealgeldes von 5865 Euro, das bei dem Schmuggler gefunden worden war. Bei der Urteilsfindung wurden die Hinweise des Angeklagten auf den möglichen Hintermann berücksichtigt.

(RP)