Mönchengladbach: Heiligtumsfahrt zeigt Abendmahlstuch

Mönchengladbach: Heiligtumsfahrt zeigt Abendmahlstuch

Nächstes Jahr im Juni beginnt die Heiligtumsfahrt im Gladbacher Münster. Bei zahlreichen Veranstaltungen wird die wertvollste Reliquie des Münsterschatzes zu sehen sein: ein Stück des Tischtuches des letzten Abendmahls.

In der Schatzkammer des Gladbacher Münsters lagern rund 160 Reliquien und andere kostbare Dinge. Ihr Wert ist unschätzbar. Während sich darunter zum Beispiel Teile der Schädelknochen von St. Vitus und St. Laurentius befinden, gibt eine Reliquie, die alle anderen übertrifft: ein Stück des Tischtuches, welches beim letzten Abendmahl Jesu die Tafel gedeckt haben soll. Weil die Mönchengladbacher auf dieses Stück besonders stolz sind, haben sie es zum Mittelpunkt der Heiligtumsfahrt im kommenden Jahr erklärt. Vom 13. bis zum 19. Juni 2014 wird es im Münster zahlreiche Gottesdienste, Gebete und andere Veranstaltungen geben, die in Verbindung mit dem Tuch stehen. Zur Heiligtumsfahrt, die nur alle sieben Jahre stattfindet, werden Katholiken aus dem gesamten Bistum Aachen erwartet.

"Wann und unter welchen Umständen das Stück Tuch hierher gelangte, ist unbekannt", sagt Propst Albert Damblon. Sicher sei nur, dass es ein Reliquienverzeichnis aus dem 14. Jahrhundert gibt, in dem das Tischtuch aufgelistet ist. Ein weiteres Stück des Tuches ist Teil der Reichskleinodien in Wien. "Die beiden Stücke haben die gleiche Farbe und sehen gleich aus", sagt Damblon. Wissenschaftliche Untersuchungen stützen die Vermutung, dass das Tuch echt ist. "Es stammt auf jeden Fall aus dem ersten Jahrhundert", erklärt Damblon. Während der Heiligtumsfahrt wird es jeden Tag im Münster zu sehen sein. Dieses hat dafür durchgehend geöffnet. Außerdem steht es bei zahlreichen Veranstaltungen im Mittelpunkt, von denen noch nicht alle genau terminiert sind.

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Während des Eröffnungsgottesdienstes wird der Abendmahlsschrein, in dem sich das Tuch befindet, von Oberbürgermeister Norbert Bude geöffnet. Am letzten Tag verschließt er ihn zusammen mit Bischof Heinrich Mussinghoff wieder. Damit diese besondere Reliquie im Fokus steht, bleiben die anderen Reliquien in der Schatzkammer. Dort können sie besichtigt werden. Zum ersten Mal wird die Heiligtumsfahrt zusammen mit der Region Heinsberg durchgeführt. "Wir haben ein gemeinsames Büro der Regionaldekane. Da lag es nahe", sagt Ulrich Clancett. Der Regionaldekan hofft, dass bei der Heiligtumsfahrt auch viele Nichtkatholiken ins Münster kommen und es einen religiösen Austausch gibt. Neben 600 Kommunionkindern aus dem gesamten Bistum wird eine landesweite Wallfahrt der Obdachlosen erwartet.

Bis es losgeht, wird es viele Veranstaltungen geben. Im September beginnt eine Ausstellung im Museum Schloss Rheydt. Dort wird der Münsterschatz gezeigt. Im November gibt es einen theologischen Vortrag. Für 2014 ist ein Auftritt von Kabarettist Konrad Beikircher am 11. Juni geplant. Bereits im Sommer werden vor den Kirchen im Stadtgebiet Fahnen aufgehängt, die auf die Heiligtumsfahrt hinweisen.

(cli)
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