Mönchengladbach: Haus Zoar wird verkauft

Mönchengladbach: Haus Zoar wird verkauft

Es könnte ein Tauziehen geben: Ein Interessent mit ernsthaften Kaufabsichten steht kurz vor dem Vertragsabschluss. Auch Kinochef Hans-Jürgen Brandtner möchte die Immobilie auf dem Kapuzinerplatz erwerben.

Haus Zoar steht kurz vor dem Verkauf. Das ehemalige evangelische Gemeindezentrum auf dem Kapuzinerplatz soll schon Ende April den Besitzer wechseln. "Die Verhandlungen sind weit gediehen", sagt Pfarrer Andreas Rudolph. Der Vorsitzende des Presbyteriums der Christusgemeinde will den Namen des Interessenten nicht öffentlich machen. "Wir haben Stillschweigen vereinbart." Wie die zukünftige Nutzung des Hauses aussehen wird, weiß Rudolph nicht. "Wir sind nur froh, dass Bewegung in die Sache gekommen ist." Das Mönchengladbacher Maklerbüro Obrock hatte die Vermarktung von Haus Zoar seit Anfang 2010 deutschlandweit betrieben. "Es gab im Laufe der Zeit viele Interessenten und immer wieder Ortsbesichtigungen", sagt Andreas Rudolph.

Seit 1999 schrieb die Christusgemeinde rote Zahlen. 2005 lag das Haushaltsdefizit bei fast 260 000 Euro. Spätestens da war klar, dass das Haus Zoar nicht zu halten war. Zunächst wurde ein Pächter gesucht — ohne Erfolg. Ende 2008 musste sich die Gemeinde vom geliebten Zentrum verabschieden. Das Presbyterium entschloss sich zum Verkauf der Immobilie. "Das Haus hat große Vorteile", sagt Pfarrer Rudolph. "Es ist in einem sehr guten Zustand, die Lage ist optimal, aber die Aufteilung innen — mit dem riesigen Foyer — lässt nicht jede Nutzung zu."

Im vergangenen Jahr hatte Hans-Jürgen Brandtner, Geschäftsführer des Comet Cine Centers, ein Auge auf das Haus Zoar — in Sichtweite zu seinem Kino — geworfen. Eine Art Medientreffpunkt wollte er in dem Haus einrichten. Auch den Namen hatte er schon gefunden. "Kino und Co." sollte es heißen. "Diese Idee verfolge ich immer noch", sagt Brandtner. Für hochwertige Veranstaltungen sei das Haus Zoar bestens geeignet. Der Kaufpreis von 1,6 Millionen Euro schreckt ihn nicht. "In dem Haus könnten große Events mit bedeutenden Künstlern stattfinden. Ich brauche für solche Veranstaltungen Platz für mindestens 300 Gäste", sagt Brandtner. Den gibt es im ehemaligen Gemeindezentrum allemal.

Dass es einen anderen Interessenten gibt, nimmt der Kinochef zur Kenntnis. "Da hat es schon so viele Kaufwillige und so viele Gespräche gegeben", sagt er. "Da wollen wir doch einfach mal sehen, wer den längeren Atem hat." Unter dem Strich komme es auf die bestmögliche Nutzung des Hauses an: "Wir brauchen einfach gute Ideen, um unsere Stadt aufzuwerten." Und das ginge seiner Meinung nach an dieser zentralen Stelle und in diesem Haus ausgesprochen gut. Sollte es mit dem Haus Zoar nichts werden, hat Brandtner Alternativen. "Wir sind noch an zwei anderen Objekten interessiert."

(RP/jco/ila)
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