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Mönchengladbach: Haus des Sports gefährdet Campuspark-Idee

Mönchengladbach : Haus des Sports gefährdet Campuspark-Idee

Sportausschuss und Stadtsportbund wünschen das Haus - die Bauexperten treten auf die Bremse.

Die Idee ist verlockend: Das große Gelände des in die Jahre gekommenen RSV-Stadions mit dem angrenzenden Jahnplatz wird erneuert. Das gesamte Projekt mit dem Namen "Campuspark" kostet 4,6 Millionen Euro: Die Summe wird finanziert aus einem Fördertopf, mit dem Kommunen zu Investitionen animiert werden. Das ist eine Art Konjunkturpaket, Gladbach bekommt rund 26 Millionen Euro. Die Stadt hat ihre Pläne durchgerechnet und muss an den Gesamtkosten "nur" zehn Prozent zusteuern.

Mönchengladbachs Sportpolitiker entwickelten nun jüngst die Idee, auf diesem Gelände noch ein Haus des Sports zu integrieren. Denn das wünscht sich der Stadtsportbund bereits seit geraumer Zeit - für sich als Geschäftsstelle, aber auch als übergeordnete Heimstatt für Vereine. Im Prinzip findet diese Idee überall volle Rückendeckung. Doch es gibt einen Haken: Die Förderkriterien lassen dies - unter Umständen - nicht zu. Im Bau- und Planungsausschuss traten die Politiker deshalb auf die Bremse. "Wir müssen das sauber abklopfen. Auf keinen Fall dürfen wir den Campuspark gefährden. Denn endlich haben wir einen Weg gefunden, ihn zu verwirklichen", sagte SPD-Sprecher Thomas Fegers.

Zweimal ist die Stadt bereits mit diesem Vorhaben gescheitert. Die Pläne für zwei Kunststoff-Spielfeldern, ein Gebäude mit Umkleide- und Seminarräumen, Funsport-Ecke, Skateranlage, Fitnessbereich und Basketballfeld wurden zweimal zur Förderung für unterschiedliche Leitprojekte angemeldet. In beiden Fällen gab's von den Fördergebern viel Zuspruch für die Gladbacher Entwürfe - am Ende aber jeweils auch eine Ablehnung.

Das gesamte Projekt ist aber CDU und SPD sehr wichtig: Zum einen können sie damit den Sportpark Rheydt sanieren. Zum anderen gilt der Campuspark als richtungweisend, wenn die Planer das Gelände des Polizeipräsidiums in Angriff nehmen. So entstand der Rahmenplan "Grenzlandstadion/Polizeipräsidium", der sich über das Monforts-Quartier bis zur Schwalmstraße erstreckt. Wohnungen für Studenten, Ateliers für Künstler, Werkstätten für Handwerker, Räume für Unternehmensgründer und Gebäude für die Hochschule schweben der Stadt vor. Die Klientel, die man hier ansiedeln möchte, ist in der Regel für diesen besonderen Charakter eines Sportparks auch empfänglich.

Deshalb drängen CDU und SPD darauf, durch das Thema Haus des Sports das Gesamtvorhaben nicht wieder zu kippen. Zumal der Zeitkorridor relativ klein ist. Die Projekte müssen bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Eine Neuplanung für ein Haus des Sports könnte für eine Zeitverzögerung sorgen.

(RP)