Mönchengladbach: Hans Walter Hütter legt Gladbacher Ämter nieder

Mönchengladbach: Hans Walter Hütter legt Gladbacher Ämter nieder

Die CDU verliert einen ihrer fähigsten Kommunalpolitiker: Hans Walter Hütter (52) bestätigte gestern Abend der RP, dass er sich vollkommen aus der Gladbacher Politik zurückzieht. In der vergangenen Woche war der promovierte Historiker zum Präsidenten der Stiftung Haus der Geschichte bestimmt worden. „Auch wenn es mir weh tut: Mir fehlt aufgrund meiner beruflichen Aufgabe künftig einfach die Zeit für die politische Arbeit“, so Hütter. Er wird im Sommer sämtliche Ämter niederlegen. Und da dies etliche sind, stellt er die CDU vor ein erhebliches Problem.

Die CDU braucht nun unter anderem: einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Marketinggesellschaft MGMG, einen neuen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und einen neuen kulturpolitischen Sprecher. Noch für keines dieser Ämter gibt es einen Nachfolger. „Ich mache ja nicht den Lafontaine und bin von jetzt auf gleich weg. Ich werde alle meine Aufgaben ordentlich zu Ende führen.“

Fest steht: Eine Person allein wird diese Funktionen nicht übernehmen können. Und fest steht auch: Der Nachrücker für Hütters Ratsmandat wird nicht das neue CDU-Gesicht für die Kultur sein. Der 39-jährige Michael Déjosez, kann zwar mittelfristig in die Rheydter Fußstapfen Hütters treten. Der 39-jährige Steuerberater ist bereits Mitglied der Bezirksvertretung Rheydt-Mitte. Doch weder für Kulturpolitik noch für Stadtmarketing bringt der Neueinsteiger die nötigen Fachkenntnisse mit. Am 12. September wird Déjosez als neues Ratsmitglied eingeführt.

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Hütter engagierte sich seit 1975 in der Kommunalpolitik. Seinerzeit fing er als Mitglied des Kunst- und Schulausschusses gemeinsam mit Rolf Besten an, dem heutigen Fraktionsvorsitzenden. Ihm wird der Mitstreiter wohl besonders fehlen. Schließlich gibt es in der CDU-Fraktion nicht viele, die Fachkenntnisse und großen Einsatz mitbringen. Keine Frage: Nicht nur in Kulturangelegenheiten ist Hütter einer der Köpfe der CDU.

Dass er sich nicht nur Freunde in der Partei machte, mag auch daran gelegen haben, dass er andere mitunter seine Überlegenheit spüren ließ. Vor eineinhalb Jahren bereiteten ihm die Fraktionskollegen eine bittere Niederlage: Sie wählten ihn nicht zum Schul- und Kulturdezernenten – obwohl er alle Qualifikationen hatte. Kommentar

(RP)
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