Mönchengladbach: Hallenbad Rheindahlen ab Dienstag wieder offen

Mönchengladbach : Hallenbad Rheindahlen ab Dienstag wieder offen

Das Bäderkonzept ist damit abgeschlossen. Durch die Schließung einiger Bäder müssen sich Vereine einschränken.

Gespannt stehen 20 Schulkinder am Beckenrand und warten auf ihr Signal. Dann kommt es: Ein lautes Hupen und schon springt die Truppe ins Wasser. Es ist die symbolische Einweihung des sanierten Hallenbades Rheindahlen. Diese Fertigstellung steht in einem größeren Kontext: "Das Bäderkonzept ist damit abgeschlossen. Das war schon ein Kraftakt für die Stadt Mönchengladbach", sagte Frank Boss, Vorsitzender des Sportausschusses, gestern bei der Wiedereröffnung.

In der Zeit von 2004 bis 2013 wurden rund 50 Millionen Euro in die Bäderlandschaft Mönchengladbachs investiert. Sechs Frei- und Hallenbäder wurden dabei saniert, modernisiert oder sogar neu gebaut. "Diese Erfolgsgeschichte endet heute. Nicht jedes Bad muss gleich sein, es steckt eine Struktur dahinter", erklärt Dr. Gert Fischer, Sportdezernent der Stadt. So liege der Schwerpunkt im Vitusbad beim Sport, im Hallenbad Giesenkirchen beim Schul- und Vereinsschwimmen, im Schlossbad Niederrhein bei der Freizeitgestaltung für Familien, im Volksbad bei der Naturverbundenheit und Erholung und im Stadtbad Rheydt eher bei Kursen und Gesundheit.

"Das Hallenbad Rheindahlen ist vor allem für die Schüler, das Sportzentrum und die Vereine wichtig und wurde in diesen Schwerpunkt eingebettet", sagt Fischer. So ist das Bad mit einem Schwimmer- und einem Lehrschwimmbecken gut für Schul- und Vereinsschwimmen geeignet. Die Sanierung des fast 40 Jahre alten Hallenbades umfasste neue Dachflächen und Glasfassaden, Wärmedämmung, Lüftung, Elektrik, Böden- und Wandbeläge sowie eine Erneuerung des Duschbereichs. Kostenpunkt der Maßnahmen: rund vier Millionen Euro.

Doch bei aller Freude über die Wiedereröffnung des hoch frequentierten Bades gibt es auch einen Wermutstropfen. Da von ursprünglich elf Bädern fünf aufgegeben wurden, müssen die sechs verbliebenen einem hohen Bedarf gerecht werden. "Die Schulen können jeweils bis 12.30 Uhr rein und am Nachmittag sind offene Ganztagsschulen dran. Wir versuchen, das gerecht zu verteilen, aber das klappt nicht immer so, wie die Schulen das wollen", sagt Wolfgang Mertens, der für die Verteilung der Schwimmzeiten zuständig ist. Ab 18 Uhr seien die Vereine dran. Die haben ein eigenes Gremium gebildet, das die Zeiten verteilt.

Rudolf-D. Brügge, Geschäftsführer des MSV01, der im Namen der Stadt das Hallenbad Rheindahlen betreiben wird, kennt das Problem. "Der Nachteil durch die Badschließungen ist, dass die Nutzungszeiten für Vereine geschrumpft sind. Das zog mühsame Gespräche nach sich." Die Nutzungszeit reiche für die Vereine gerade einmal, um ihre Angebote abzudecken. "Freiräume, um neue Dinge zu entwickeln, fehlen aber", sagt Brügge. Auch die Öffentlichkeit muss Einschränkungen hinnehmen: Das Bad hat für sie dienstags, donnerstags, samstags und sonntags geöffnet. "Zwei Tage wurden gestrichen. Man kann nicht mehr jederzeit schwimmen kommen. Jeder muss Tribut zahlen."

(RP)
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